Geburtsberichte
Geburtsberichte meiner zwei außerklinischen Geburten
Die Entscheidung ins Geburtshaus zu gehen kam recht spät. Ich habe mir einige Krankenhäuser angeschaut und jedes Mal gedacht: also so das Wahre ist das nicht für mich, aber nun gut, Geburt läuft halt so ab. Dann hat mir zum Glück eine Freundin von ihrer Geburt in Oldesloe erzählt und ich war sofort gefesselt. Ich hatte Blut geleckt und rief prompt im Geburtshaus an. Nach Rücksprache im Team durften wir zum ersten Kennenlernen kommen. Ich stand noch in der Tür und für mich war sofort klar, hier und nirgendwo anders möchte ich gebären.
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mehr zur ersten Geburt
Weil die Schwangerschaft doch schon recht weit fortgeschritten war, lernte ich die meisten Hebammen im Schnelldurchlauf kennen; soll heißen, jede Woche ein Termin, damit sie auch uns kennenlernen und die Schwangerschaft begleiten konnten.
In der Zwischenzeit stieß ich auf Unverständnis bei meinem Frauenarzt, was mich als Erstgebärende doch immer wieder verunsicherte und Ängste schürte. Darüber sprach ich mit den Hebammen im Geburtshaus und sie haben mich mit meinen Sorgen genau richtig abgeholt. Sie haben mir Mut gemacht, an mich und meinen Körper zu glauben, mir das natürlichste von der Welt zuzutrauen und zuversichtlich zu sein. Natürlich konnte keiner sagen, ob alles klappen würde, aber es ist wirklich Balsam für die Seele, wenn vor so einem Erlebnis jemand an dich und das Mögliche glaubt. Mehr als du selbst (zumindest war es bei mir lange so).
Der ET kam näher und mittlerweile freute ich mich sehr. Ich begriff aber auch, was selbstbestimmt alles bedeutet; nämlich auch, dass die Vorbereitung elementar ist, mehr noch mental als körperlich. Also hörte ich Podcasts, machte Übungen, aß Verschiedenes und ging zur Akupunktur. Ich setzte mir verschiedene Anker in Form von Playlist, bestimmtem Duft, Meditation, Bewegungen, die mir helfen sollten bei mir zu bleiben.
Der ET verstrich. Eine Woche später musste ich zur Kontrolle zur Frauenarztvertretung ins Krankenhaus. Ich saß am CTG, sah die Menschen am Raum vorbeihetzen mit Putzwagen, Essenswagen, leeren und belegten Betten und dachte: ne, bin ich froh, dass ich in Oldesloe entbinden darf. Klein Knirpsi war die Ruhe selbst, sodass kein Hauch von Wehe erfasst wurde. Also wieder nach Hause.
Nachmittags machten wir einen schön langen Spaziergang und bekamen dann noch Besuch. Nix los, Bauch ruhig. Abends Badewanne und ein Film, Telefonat mit einer Freundin, die fragte, wie denn so die Lage wäre: nix los. Um 22 Uhr lag ich im Bett und um 22:30 Uhr hatte ich auf Schlag alle 5 Minuten Wehen. Hui! Ich wartete ab und dachte: das ist ein Schnellstart, das ebbt gleich wieder ab. Den Mann dazugeholt, Besuch blieb glaube ich ein bisschen verdattert im Wohnzimmer zurück.
Nach 1,5 Stunden haben wir dann Marieke angerufen und ihr die letzten Stunden geschildert. Sie vermutete das Gleiche und schlug vor, mich einmal in die Wanne zu setzen. Gesagt , getan. Der Wehenzähler lief nebenher. In der Wanne wurden die Wehen deutlich stärker und die Abstände viel kürzer, sodass mein Mann die Wehen aufzeichnen musste. Später verriet er mir, dass in der App immer öfter der Hinweis kam: Machen Sie sich möglichst bald auf den Weg ins Krankenhaus. Wieder Marieke angerufen. Während es klingelte sagte ich noch zu meinem Mann: wenn ich eine Wehe habe, musst du reden, ich kann dann nichts sagen. Ja prompt ging Marieke ran und ich tönte ins Telefon. Mein Mann klärte dann alles und wir sollten los. Während er das Auto packte, rief ich meine Mutter an, die sich um unsere Hunde kümmern sollte. Wir besprachen noch wo Futter und dergleichen war, während mein Mann im Hintergrund schroff wurde: wir müssen los! (Die App hatte nämlich mittlerweile sehr oft und sehr deutlich darauf hingewiesen, dass wir sofort losfahren sollten!)
Die Autofahrt war schlimm. Ich saß hinten und konnte mich nicht so bewegen wie ich wollte und schrie das Auto zusammen. Die Wehen wurden stärker und ich glaubte schon mitschieben zu müssen. Vor uns kreuzte ein Fischotter die Straße und mein Mann rief: oh guck mal, ein Otter. Meine Antwort war: ist mir scheißegal! (So sagte man mir, ich erinnere mich nicht.) In Oldesloe angekommen, wartete Marieke schon vorne und kam uns entgegen. Ich stieg am Eingang aus, während mein Mann danach das Auto nach hinten fuhr und unsere Sachen holte. Auf der Treppe hatte ich wieder eine starke Wehe und lag auf allen Vieren vor dem Haus. Marieke hatte zum Glück schon angefangen die Wanne einzulassen und untersuchte mich dann auch sobald wir im Zimmer angekommen waren: 8 cm Muttermund! Knapper hätte es nicht laufen können.
Ich lag zuerst noch im Bett und die Wehen wurden immer stärker und ich immer lauter. Das Schreien war mein einziges Ventil worüber ich versuchte, diesen Schmerz auszuhalten. Teilweise kamen die Wehen direkt hintereinander, dass mir kaum Zeit zum Luftholen blieb. Dann versuchte ich mich auf den Knien vor dem Bett, aber die Wehen zogen alle Kraft aus meinem Körper, dass ich mich nicht halten konnte. Die Wanne war bereit und es war so eine Wohltat in diesem warmen Wasser zu liegen. Absolutes Wellness-Feeling! Mein Mann stützte meinen Kopf und später mein eines Bein auf dem Wannenrand, weil ich selbst nicht die Kraft dazu hatte. Die Wehen waren übermächtig und ich verlor jegliche Kontrolle über meinen Körper. Mein einziger Gedanke war: dem bin ich nicht gewachsen, muss da jetzt aber durch – irgendwie; durchhalten.
Die Presswehen kamen dann recht bald und haben mich richtig zusammengezogen. Ich konnte nicht anders als mich regelrecht einzukugeln. Die Fruchtblase platze und immer wieder gingen die Wehen ohne Pause ineinander über. Der Schmerz wurde größer und mein schwacher Trost war, dass er in den Wehenpausen kurz nachließ. Marieke saß neben der Wanne und beobachtete uns in erster Linie. Zwischendurch hörte sie nach dem Herzschlag, worauf ich sehr schmerzempfindlich reagierte. Knirpsi war allerdings komplett unbeeindruckt von der Geburt. Sie fragte mich, ob ich mal fühlen möchte wie weit das Baby schon ist. Ich fühlte nach dem Kopf und es war ein eigenartiges Gefühl, weil die Kopfhaut ganz schleimig und zusammengedrückt war. Mit einer Wehe kam der Kopf deutlich ein Stück vor und rutschte aber nach der Wehe immer wieder ein Stück zurück. Sehr frustrierend. Dann war der Kopf kurz vor dem Austritt. Es fühlte sich an als würde ich gegen eine Wand drücken, durch ein viel zu kleines Nadelöhr; es ging absolut nicht weiter und ich war überzeugt, das passt nicht. Egal wie doll ich gepresst habe, es ging nicht. Dieser Spannungsschmerz war nochmal ein ganz anders Level. Mir war bewusst, über diesen Punkt musste ich einmal rüber und für mein Empfinden war ich schon über diesen Punkt drüber. Da sagte Marieke: du musst über diesen Schmerzpunkt einmal rüber. Ich war überzeugt, dass das nicht passt und wir hier abbrechen müssten. Trotzdem versuchte ich es und bekam ein ziemliches Stechen im unteren Rücken und Steißbein. Marieke riet mir mich in den Vierfüßler-Stand zu wechseln und machte mir deutlich, dass ich jetzt unbedingt unter Wasser bleiben sollte. Es wurde sofort besser mit dem Schmerz und ich stützte mich aufgerichtet am Wannenrand ab.
Nächste Wehe, nächster Spannungsschmerz und endlich war der Kopf geboren. Die Wehe ebbte ab, aber der Spannungsschmerz blieb so präsent, dass ich die nächste Wehe nicht abwarten wollte. Ich wollte, dass der Schmerz so schnell wie möglich vorbei geht und drückte deshalb ohne Wehe weiter. Da rutschte Knirpsi um 3:23 Uhr ins Wasser und ich war unendlich erleichtert. Alle Schmerzen waren sofort weg. Irgendwann zwischendurch kam die zweite Hebamme, das habe ich aber tatsächlich überhaupt nicht mitbekommen. Wir blieben noch einen Moment in der Wanne und gingen dann im Pulk zum Bett. Ich wurde auf beiden Seiten gestützt, weil ich so erschöpft war. Dort angekommen durften wir gefühlt ewig kuscheln und ankommen. Das fand ich wirklich richtig schön. Wir durften ganz in Ruhe im neuen Lebensabschnitt ankommen.
Die Geburt im Geburtshaus hat nur eine Stunde gedauert; die Versorgung meiner Geburtsverletzungen dauerte nochmal so lange. Knirpsi fand recht bald die Brust und blieb eisern angedockt. Ich hatte gedacht, dass mich das Oxytocin durchströmt wie ein Kribbeln und ich vor Glück weinen muss, aber nichts dergleichen. Ich war ganz ruhig und fokussiert auf mein Baby und ließ es nicht aus den Augen. In erster Linie war ich unendlich erleichtert und so erschöpft, wie ich es noch nie war. Und ich hatte Halsschmerzen. Höllische Halsschmerzen vom Schreien und in dem Moment hätte ich so gern eine warme Milch mit Honig getrunken. Bis die Nachsorge und U1 abgeschlossen und der Schreibkram erledigt war, war es ca. 7:00 Uhr als wir uns auf dem Heimweg machten.
Erst nach der Geburt viel mir auf, wie schön Marieke den Geburtsraum hergerichtet hatte: gedimmtes Licht, Kerzen und Salzsteinlampen. Dadurch herrschte eine wohlig warme und geborgene Atmosphäre. Für mich und meine Geburt genau das richtige. Dieses Erlebnis hat mich so geprägt wie kein anderes. Dank euch, liebes Geburtshaus-Team, hat sich mein Blick auf mich selbst sehr verändert und wie sehr wir uns als natürliche Wesen und Teil dieser Welt verstehen und vertrauen dürfen. Back to the roots. Ein Hoch auf euch!
mehr zur zweiten Geburt
Nach einer wunderschönen ersten Geburt im Geburtshaus war für mich ganz klar, dass der zweite Knirps auch dort geboren werden sollte. Neben der Vorfreude auf dieses Ereignis begleitete mich stets eine Sorge, über die wir regelmäßig bei unseren Terminen im Geburtshaus sprachen: ob wir es rechtzeitig schaffen würden. Zum einen hatten wir eine Stunde Fahrtzeit bis nach Oldesloe vor uns und zum anderen war die erste Geburt mit fünf Stunden doch recht sportlich abgefrühstückt; es heißt, dass viele Folgegeburten schneller verlaufen, was uns bei der Strecke durchaus in Schwierigkeiten hätte bringen können. Im Geburtshaus haben wir sämtliche Was-wäre-wenn-Szenarien durchgesprochen. Das hat mich sehr beruhigt und ich fühlte mich jedes Mal abgeholt und ernst genommen in meiner Sorge und ging gestärkt aus diesen Gesprächen. Nichts desto trotz wusste ich, dieses Mal dürfen wir keine Zeit verlieren und sollten lieber zeitiger losfahren.
Fünf Tage vor ET war ich mir dann sicher, jetzt geht es los. Mein Bauch hat so intensiv gearbeitet und ich hatte teilweise mehrmals pro Stunde deutliche Übungswehen. So stark, dass ich nochmal recherchiert habe, wie genau sich Übungs- und Senkwehen von Geburtswehen unterscheiden. Naja, Pustekuchen. Die Tage vergingen und mein Körper bereitete sich weiterhin sehr intensiv auf die Geburt vor. Das war eine völlig neue Erfahrung für mich, da ich bei der ersten Geburt keine vergleichbaren Ankündigungen gespürt hatte. ET + 5, ein Samstag, bin ich morgens 5 Uhr aufgewacht und hatte leichte Wehen. Sie waren schon regelmäßig und ich fing an, mit einem Wehenzähler mitzuzählen. So ging es bis halb acht weiter und als Mann und Kind aufwachten und der Tagestrubel losging, verebbten die Wehen wieder. Ich sagte dann zu meinem Mann, vielleicht geht es ja heute los.
Über den Tag hatte ich vereinzelt leichte Wehen, die ich zwar wahrgenommen habe, aber nicht weiter auf sie eingehen oder veratmen musste. Zum Abend hin gegen 17 Uhr wurden die Wehen wieder regelmäßiger, sodass ich wieder mitgezählt habe und durchaus kurz innehalten musste. Um 20 Uhr rief ich Veronique an. Ich wollte schon mal Bescheid sagen und ihr von dem Tag berichten. Nun war ich mir sicher, heute Nacht geht es los. Wir sind so verblieben, dass ich mich später nochmal mit einem Update melde. Um 22 Uhr rief ich wieder an. Die Abstände waren zwar kürzer (alle 10 min ca.), die Wehen aber immer noch leicht und ohne tönen gut zu veratmen. Wir sprachen nochmal darüber, dass wir auf jeden Fall nicht zu spät losfahren sollten und deshalb vereinbarten wir, dass wir uns in maximal einer Stunde auf den Weg machen würden.
Tatsächlich wurden in der folgenden Stunde die Wehen deutlich stärker, sodass wir um 23 Uhr im Auto saßen auf dem Weg nach Oldesloe. Ich dachte noch, in einer Stunde kann bei einer Geburt viel passieren...tatsächlich wurden die Wehenabstände im Auto wieder größer und meine Anspannung fiel je dichter wir Oldesloe kamen. Veronique wartete schon auf uns und hatte bereits die Wanne volllaufen lassen und wir konnten ganz entspannt ankommen. Da saß ich nun in der Wanne, mein Mann vor mir und nichts passierte – keine Wehe, nichts. In der nächsten Stunde hatte ich ganze vier leichte Wehen. In den Pausen dazwischen fragten wir uns, hätten wir noch ein Buch mitnehmen sollen? Werden wir gleich wieder nach Hause geschickt, wenn hier weiter nichts passiert? Natürlich durften wir bleiben.
Veronique strahlte ganz viel Ruhe aus und schaute immer mal wieder ins Zimmer. Also alles ganz entspannt. Mein Mann und ich unterhielten uns über unsere erste Geburt im Geburtshaus und damit kam auch die Erinnerung an die Schmerzen zurück und mich erschlich ein unwohles Gefühl wegen dem was nun unmittelbar bevorstand. Um die Wehen anzuregen, habe ich dann angefangen meine Brustwarzen zu massieren und es hat tatsächlich Wirkung gezeigt. Nach dieser einen Stunde kamen die Wehen kräftig alle fünf Minuten und wurden stetig stärker. Nach einer knappen halben Stunde konnte ich mich nicht genug nach meinem Bedürfnis in der Wanne bewegen und bin deshalb wieder ausgestiegen. Neben der Wanne stehend auf den Armen meines Mannes gestützt malte ich unendlich viele Achten mit dem Becken während der Wehen. In den Pausen habe ich die Schultern gelockert und war überrascht, wie wohl ich mich in dieser Position gefühlt habe.
Jascha kam in der Zwischenzeit an und freute sich mindestens genauso doll wie wir, dass wir es rechtzeitig geschafft hatten. Ich bat Veronique nach dem Muttermund zu fühlen und er war bei 7-8 cm. Veronique bot an, die verbliebene Muttermundlippe bei Seite zu schieben, aber ich dachte mir: keine Eile, das kommt schon alles. Während der Wehen im Stehen verlor ich stetig etwas Urin, ein komisches Gefühl. Eine dreiviertel Stunde und einige Wehen später verspürte ich das Bedürfnis mitzuschieben. Dann bin ich wieder in die Wanne zurück und es war so ein wohliges Wellness-Gefühl sich von dem warmen Wasser tragen zu lassen. Das war eine unfassbare Erholung und tat richtig gut!
Die Wehenabstände wurden hier wieder ein klein wenig länger. Mit den nächsten Wehen in der Wanne hatte ich allerdings wieder das Gefühl, dass ich mich nicht genug bewegen konnte und ich wollte mir die Schwerkraft wieder zu Nutze machen. Also setzte ich mich aufrecht in den Hirtenstand. Ich bat Veronique erneut nach dem Muttermund zu fühlen: 9 cm. Mit der nächsten Wehe platzte die Fruchtblase. Darauf folgte eine sehr schmerzhafte Wehe und Veronique sagte zu mir: „Mach eine Pause.“ Aber ich wollte diesen Schmerz keine Sekunde länger als nötig aushalten und deshalb schob ich ohne Wehe weiter. Und schwups – war klein Knirpsi da. Nicht zuerst nur der Kopf, sondern gleich ganz. Da war es 2:38 Uhr.
Wir blieben noch einen Moment in der Wanne, bevor wir zum Bett hinübergingen. Dort angekommen hieß es erst einmal Ruhe, Entspannung, hallo kleiner Mensch. Veronique und Jascha ließen uns nach Absprache allein und kamen nach einiger Zeit zurück, für die Nachsorge und die U1. In dieser Zeit hatte sich noch eine werdende Mutter auf den Weg ins Geburtshaus gemacht und wir besprachen das weitere Vorgehen. Veronique übernahm die gleich eintreffenden Bald-Eltern und Jascha kümmerte sich um uns. Da ich kaum Geburtsverletzungen hatte, beschränkte sich die Nachsorge weitestgehend auf die Plazenta. Alles in Ordnung – konnte eingepackt werden. Dann kam die U1, die kleine Maus wurde angezogen, ich habe noch etwas gegessen und getrunken und um 06:00 Uhr morgens saßen wir im Auto auf dem Weg nach Hause.
Es war ein traumhaft schönes Erlebnis, das mich sehr geprägt hat und ich denke oft und gern daran zurück mit einem Lächeln auf den Lippen und ganz viel Wärme im Herzen. Und ihr, liebes Geburtshaus-Team, habt es möglich gemacht.
"Geburt mit Happy-Beginning, etwas Drama und Happy-End"
Wie Alles begann
Nach längerer Kinderwunschphase hielt ich zwei Tage vor einem OP-Termin plötzlich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Gibt’s doch nicht! Test wiederholt – wieder positiv. Nach dem ersten (positiven) Schock wirbelten bei meinem Mann und mir alle möglichen Gedanken durch den Kopf. Zum Beispiel auch die Frage, wo unser Kind eigentlich auf die Welt kommen soll. Wie es der Zufall wollte, fand am Tag der eigentlich geplanten OP ein Infoabend im Geburtshaus in Bad Oldesloe statt. Spontan sagten wir uns: „Das schauen wir uns doch einfach mal an. Keine Ahnung, wie das so ist in einem Geburtshaus, aber vielleicht ist das ja etwas für uns?“
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Und was soll ich sagen – auf dem Heimweg nach dem Infoabend war für uns schon klar, dass wir unser Kind hier in der Welt begrüßen möchten. Die Menschen, die Atmosphäre und die spürbare Wärme, mit der Familien im Geburtshaus begleitet werden, haben uns sofort überzeugt. Mein Gynäkologe war zwar nicht begeistert (schließlich sei ich „Spätgebärende“), aber wir haben uns von seiner subjektiven Einschätzung nicht verunsichern lassen und einfach auf unser Bauchgefühl gehört. Zum Glück, denn das Geburtshaus war für uns ein echter Jackpot. Hier planten wir die Geburt, führten die Geburtsvorbereitung mit „unserem“ Hebammenteam durch und konnten Laura auch noch als Wochenbetthebamme gewinnen. Wir nahmen im Geburtshaus außerdem am Geburtsvorbereitungskurs teil und ich kam zum Schwangerschaftsyoga vorbei. Mit diesem „rundum Sorglospaket“ verlief die gesamte Schwangerschaft sehr entspannt. Ich als Schwangere und wir als Paar fühlten uns bestens betreut (letzteres war uns besonders wichtig).
Der Endspurt
Weil der errechnete Geburtszeitraum für unser Kind genau „zwischen den Jahren“ lag, traten wir durch die Bauchdecke hinweg in Verhandlungen („Lass dir noch ein bisschen Zeit. Ab dem 03.01 wäre gut!“). Das nahm unser Baby sich ein bisschen zu gut zu Herzen. So verstrichen die Tage und der 11. Januar rückte näher und näher. Alles darüber hinaus hätte Krankenhaus und Einleitung bedeutet. Das galt es zu vermeiden, denn wir freuten uns sehr auf eine selbstbestimmte Geburt. Also zogen wir zusammen mit unseren Hebammen noch einmal alle Register: Ich ging zur Akkupunktur, mein Mann massierte mir abends den Bauch mit einem speziellen Öl, ich marschierte seitlich gehend die Treppen in unserem Haus auf und ab, während jedes Spaziergangs betrieb ich „Bordstein-Stepp-Aerobic“, ich aß besonders scharf und wir erzählten unserem Baby immer wieder, wie sehr wir uns auf es freuen und dass jetzt alles vorbereitet sei. Als letzter Kniff kam dann noch eine Eipollösung dazu.
Das Abenteuer Geburt
Was auch immer unserem Baby das finale Signal gab - am 08.01 wachte ich nachts auf und merke „Da tut sich was.“ Es fühlte sich anders als die Übungswellen („Wehen“) der vergangenen Wochen an. Außerdem hatte ich ein unbändiges Verlangen nach einer Badewanne. Wie anziehend warmes Wasser später noch auf mich wirken würde, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. So weckte ich meinen Mann um 2 Uhr („Ich lasse mir mal eine Wanne ein.“) Während ich im Wasser lag und im wahrsten Sinne des Wortes in mich hineinspürte, stellte sich mein Mann mitten in der Nacht in die Küche und kochte für mich einen Riesenpott Hühnersuppe. Die hatte ich mir für den Tag der Geburt gewünscht. Und weil mir wirklich danach war, saßen wir später am Esstisch und löffelten in den frühen Morgenstunden den ersten Teller Hühnersuppe.
Weil wir einen regulären Kontrolltermin im Geburtshaus hatten, fuhren wir am Vormittag nach Bad Oldesloe. Ich fühlte mich sehr gut und beim CTG war alles im grünen Bereich, sodass wir ganz entspannt wieder nach Hause fuhren. Und da blieben wir auch den ganzen Tag. Wir gingen spazieren, ich machte Yoga und Tai Qi im Wohnzimmer vor unserem Kamin, wippte auf unserem Petziball vor mich hin, mein Mann versorgte mich mit Getränken, unsere Playlist lief aus der Soundbox, ich löffelte Hühnersuppe…wie geplant und gehofft! Nachmittags veratmete ich die Wellen spürbarer und wir hielten nochmal Rücksprache mit Jascha: „Wann sollen wir eigentlich ins Geburtshaus kommen?“ Die Antwort: „Wann immer du möchtest. Du wirst es wissen.“ Und genauso war es auch. Als die Wellen abends häufiger und intensiver wurden, sagte mir meine innere Stimme (oder unser Kind?): „Jetzt möchte ich so langsam ins Geburtshaus.“
Gesagt, getan. Während der Autofahrt war ich sowohl um die Sitzheizung (Stichwort Wärme), als auch um den stabilen Türgriff sehr dankbar. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass ich an diesem Abend ein Bedürfnis nach Wärme und nach „irgendwas-ganzfeste-packen“ haben würde. Am Geburtshaus wurde ich sofort von Jascha in Empfang genommen und in den gemütlich vorbereiteten Geburtsraum geleitet. Ich wurde kurz untersucht und zwar äußerst behutsam, ruhig und zurückhaltend. Und dann ließ Jascha mich einfach mein Ding machen. Ich veratmete weiterhin fleißig die Wellen, ließ mich von meinem Mann massieren und lauschte unserer Playlist. Wenig später platzte dann die Fruchtblase. „Aha, jetzt geht es wohl so richtig los!“, dachte ich mir, „Zeit für ein paar Geburtspositionen.“
Ich probierte mich im Vierfüßlerstand und an den von der Decke hängenden Tüchern aus. In meiner Vorstellung sah die Geburt unseres Kindes so aus: Unser Kleines kommt im Bett zur Welt, während ich mich, in leichter Hocke, ganz souverän an den Tüchern stabilisiere. Haha. Es kam ganz anders. Ins Bett legte ich mich nur für die Erstuntersuchung, davon abgesehen zog es mich überhaupt nicht dorthin. Und mit den Tüchern konnte ich plötzlich gar nichts mehr anfangen. Stattdessen hatte ich ein starkes Bedürfnis nach warmem Wasser und Schwerelosigkeit. Also: Ab in die Badewanne. Und in der blieb ich. Wie lange, weiß ich nicht mehr genau. Vermutlich sind mir zwischendurch Schwimmhäute gewachsen. In jedem Fall bat ich mehrmals um frisches warmes Wasser und darum, die Playlist nochmal ab Lied 1 abzuspielen. Mit einer Engelsgeduld kamen Jascha und mein Mann meinen Wünschen immer wieder nach. Und weil eine Badewanne keinen Türgriff hat, musste die Hand meines Mannes irgendwann zum „irgendwas-ganz-feste-packen“ herhalten. Nur einmal konnten Jascha und Hanna, die mittlerweile als zweite Hebamme dazu gekommen war, mich dazu überreden, aus der Wanne zu steigen. Weil mir aber kalt war und ich zitterte (vor Anstrengung, wie mir im Nachhinein klar wurde), steuerte ich die Wanne keine 5 Minuten später wieder an.
So wurde ich dann einfach im Wasser nochmal untersucht. Während mein Mann sich ohne einen Mucks die Hand von mir zerquetschen ließ, kämpfte ich mit den Presswellen. Irgendwann ermutigten Jascha und Hanna mich und sagten etwas wie „Wenn du nochmal mitschiebst, kommt der Kopfansatz mit der nächsten Welle!“ Daraufhin rutschte mir ein entrüstetes „Erst?!“ raus, was für allgemeines Gelächter sorgte. Mein Zeitgefühl hatte ich schon lange verloren, aber so, wie mein Körper arbeitete, war unser Kind gefühlt schon mit den Knien durch den Geburtskanal gewandert. Also weiter im Programm. Dann ermunterte mich Hanna irgendwann dazu „Komm, gib deinem Kind noch einmal einen letzten Schubs in Leben.“ Und mit dieser Welle kam unsere Kleine dann.
Eine Wassergeburt hatte nie zu meinen Wünschen gehört. Tatsächlich hatte ich mich während der Schwangerschaft überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigt. Und so kam unsere kleine Kaulquappe um 00:33 Uhr, ganz unbeabsichtigt und doch genau richtig, in der Badewanne auf die Welt.
Der Nachklapp
Das „Abenteuer Geburt“ endete damit. Mein Mann brachte unsere Kleine zum Bett und kuschelte erstmal ausführlich mit ihr, während Hanna und Jascha mir aus der Wanne halfen und mich zum Bett begleiteten. Dann war erstmal Rudelkuscheln angesagt. Ende gut, Alles gut.
Naja, fast. Oder besser: Noch nicht ganz. Leider war diese Nacht noch lange nicht zu Ende, denn die Nachgeburt verlief nicht ganz nach Plan. Das konnte im Vorfeld keiner wissen. Es war ziemlich schnell klar, dass ich zur Nachsorge in die Klinik muss und so wurde ich eilig verlegt. Und trotzdem fühlte ich mich zu jeder Zeit in den besten Händen, denn Jascha fuhr mit mir zusammen im RTW und Hanna kümmerte sich in der Zwischenzeit um meinen Mann und unsere Kleine, U1 inklusive. Ich hatte im Vorfeld auf Anraten unserer Hebammen Kolostrum ausgestrichen und auf kleinen Spritzen aufgezogen eingefroren. Das hatten wir im Gepäck und es kam nun zum Einsatz. Auf diese Weise lernte mein Mann vor mir, wie man ein Baby wickelt und hatte ein ganz besonderes Bonding-Erlebnis beim Finger-Feeding unserer Kleinen. Ich wurde unterdessen in der Klinik untersucht und nachdem ich dem netten Mann vom RTW die Hand beim Zuganglegen fast zerquetscht hätte, musste nun Jaschas Hand herhalten. Diese Untersuchung war für mich sehr viel schmerzhafter als die Geburt. Wäre Jascha nicht gewesen, ich wäre den Ärzten von der Pritsche gesprungen und zur Not auf allen Vieren aus dem Kreissaal geflüchtet. Zum Glück wurde ich später unter Vollnarkose weiter behandelt.
Als ich wieder wach wurde, waren mein Mann und unsere Kleine da und auch Jascha und Hanna waren noch bei uns. Ich erinnere mich nicht an viel, aber das Gefühl der Erleichterung, meine Kleine endlich in die Arme nehmen zu können und meinen Mann bei mir zu wissen, ist mir noch sehr präsent. Erinnern kann ich mich auch sehr klar an die Enttäuschung darüber, dass wir kein Familienzimmer bekommen konnten und mein Mann (völlig übermüdet) die Heimreise antreten musste. Ich erlebte in den folgenden zwei Tagen den ganz typischen Krankenhausalltag in einer vollen Klinik – genau das, was ich eigentlich nicht hatte haben wollen. Kurz gesagt, ich kam aus einer selbstbestimmten, liebevollen Umgebung, in der ich mich stark, gehört und als werdende Mutter verstanden fühlte, in eine fremdbestimmte, nüchterne Umgebung, in der ich mich klein, überhört und als Patientin betrachtet fühlte. Ich habe während dieser Zeit im Krankenhaus viel geweint, vor Frust, Übermüdung, Angst, Überforderung und Hilflosigkeit. Ohne den rettenden Anker in Gestalt meines Mannes, der sich jeden Tag für mehrere Stunden ins Auto setzte, um tagsüber bei uns zu sein, wäre ich wohl verrückt geworden. Kein Wunder also, dass ich einfach nur nach Hause wollte.
Ende gut, Alles gut
Das war zum Glück nach zwei Tagen endlich der Fall. Den Weg nach Hause von der Klinik verschlief unsere Kleine und auch als wir endlich auf dem heimischen Sofa lagen, war sie sehr, sehr ruhig. Viel zu ruhig, für den Geschmack von zwei frisch gebackenen Eltern. Ein panischer Anruf bei Laura („Kannst du auch schon früher kommen? Also, kannst du jetzt kommen?“) genügte und 20 Minuten später war sie da. Und mit ihr zog die Ruhe und Gelassenheit in unser Haus ein, die wir aus dem Geburtshaus kannten und im Krankenhaus so sehr vermisst hatten. Als Laura mir ihre Hand auf die Schulter legte und sanft sagte „So, und jetzt einmal tief durchatmen.“ und unsere Kleine in aller Ruhe an meiner Brust nuckelte, da war die Welt wieder in Ordnung. Ich atmete tief durch. Und ich weinte nochmal. Aber diesmal vor Glück.
„Ich wünsche jeder werdenden Mama eine so tolle und warmherzige Betreuung, sowohl während der gesamten Schwangerschaft als auch bei der Geburt und Nachsorge."
Nach einer langen Kinderwunschphase und einer frühen Fehlgeburt vor zwei Jahren haben wir im Februar 2024 den positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten dürfen. Für mich stand bereits bei der ersten Schwangerschaft fest, dass ich unser kleines Wunder ungern in einem Krankenhaus entbinden möchte und habe mich mit dem Thema außerklinische Geburt beschäftigt.
Als ich meinem Mann berichtet habe, dass ich unser Baby am liebsten zu Hause gebären möchte, war er wenig begeistert. Durch Empfehlungen haben wir Kontakt mit Annekathrin aufgenommen. In dem liebevollen Erstgespräch konnte Annekathrin ihm die Ängste und Sorgen nehmen, sodass wir uns auf eine Geburt im Geburtshaus einigen konnten.
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Die Schwangerschaft ist, durch die Erfahrung zwei Jahre zuvor, natürlich nicht völlig angstfrei verlaufen. Durch die liebevolle und unterstützende Begleitung im Rahmen der regelmäßigen Schwangerschaftsvorsorge, die ich von da an abwechselnd bei Hanna, Silke und Annekathrin hatte, konnte ich immer mehr loslassen und an Sicherheit gewinnen, auf mein Bauchgefühl zu hören. Rückblickend bin ich sehr froh, dass ich nur zu den drei großen Ultraschallterminen zum Frauenarzt gegangen bin und dadurch nicht ständig verunsichert wurde, dass das Baby zu klein oder zu groß sei.
In der 40. Schwangerschaftswoche angekommen, wuchs langsam die Ungeduld auf unseren kleinen Mann. Zwei Tage vor ET, in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober gegen 3 Uhr, wurde ich von den ersten Wehen geweckt, die regelmäßig alle 10-12 Minuten kamen. Mit Meditation und Hypnose der „friedlichen Geburt“ schlief ich immer wieder kurz ein und konnte die Wehen gut veratmen. Als mein Mann gegen 6 Uhr wach wurde, wählten wir aufgeregt die Piepernummer, um uns anzumelden. Die liebe Silke hatte noch Dienst und rief uns direkt zurück. Nach kurzer Abstimmung sollten wir uns wieder melden, wenn die Wehen im Abstand von 5-8 Minuten kommen. Danach sind wir aufgestanden, haben gemütlich gefrühstückt und sind mit unserem Hund spazieren gegangen. Gegen 9 Uhr nahm die Intensität ab und die Wehen hörten auf. Ich war schon ein bisschen traurig, dass unser Schatz es sich doch anders überlegt hat und uns noch ein bisschen warten lässt. Hanna hatte mittlerweile den Dienst übernommen und ich sollte die Zeit nutzen, um Kraft zu sammeln. Ich legte mich ins Bett und schlief noch 1-2 Stunden. Am späten Nachmittag, gegen 17 Uhr, kam Annekathrin zur Akupunktur und rieb mir den Bauch mit Ut-Öl ein. Drei Stunden später, beim Abendessen, setzten die Wehen wieder ein, die jetzt viel stärker waren als am Morgen. Ich setzte wieder meine Kopfhörer auf und konzentrierte mich mit Hilfe der Hypnosen auf die Bauchatmung. Gegen 21:30 Uhr haben wir Rücksprache mit Hanna gehalten und bei einem Wehenabstand von 3-4 Minuten sollten wir uns wieder melden und langsam auf den Weg ins Geburtshaus machen. Bis ca. 23 Uhr konnte ich mit Hilfe der Hypnosen die Wehen gut veratmen. Danach wurden die Wehen sehr intensiv, kamen im Abstand von 5 Minuten und im Nachgang hätten wir da eigentlich schon aufbrechen sollen. Ich fühlte mich zu Hause aber noch sehr wohl und entschied mich, in die Badewanne zu gehen. In der Wanne ist eigentlich direkt die Fruchtblase geplatzt und der Schleimpfropf ist abgegangen, und die Wehen wurden auf Schlag so heftig, dass ich direkt wieder aus dem Wasser raus musste. Von da an half auch keine Hypnose mehr und das richtige Atmen fiel mir ohne Anleitung schwer. Es war ca. 23:30 Uhr, als mein Mann mit Hanna vereinbart hat, dass wir gegen 23:50 Uhr von zu Hause losfahren.
Die Autofahrt war eine Sache für sich. Mein Mann versuchte, mich abzulenken, aber ich hatte schon so einen starken Druck und Schmerzen, dass ich Angst hatte, den Griff im Auto abzureißen bei jeder Wehe. Mittlerweile waren wir bei einem Wehenabstand von 2-3 Minuten. In meinem Kopf war die ganze Zeit nur: „Wenn Hanna jetzt sagt, ich bin noch nicht so weit, will ich ins Krankenhaus und eine PDA.“ 😊 Ich konzentrierte mich die ganze Zeit nur auf die Ankunftszeit vom Navi, da stand „Ankunft 00:15 Uhr“. Angekommen im Geburtshaus begleitete Hanna mich zur Toilette. Sie meinte, ich könne mich gerne noch aufs Bett legen, damit sie mich untersuchen kann. Mich jetzt noch hinzulegen war für mich undenkbar, also kniete ich mich direkt vors Bett. Sie kontrollierte die Herztöne von unserem Sohn, auch mein Muttermund war schon fast bei 10 cm. Hanna fielen meine Geburtsaffirmationen in die Hand und gleich die erste war: „Ich gebäre mein Baby sanft und ruhig.“ Davon war nicht mehr viel übrig und wir mussten ein bisschen lachen. Sie unterstützte mich liebevoll bei der Atmung und mein Mann stand mir als körperliche Stütze gegenüber dem Bett zur Verfügung. Nach nur wenigen Presswehen war unser kleines Wunder um 00:40 Uhr da. Hanna legte ihn auf den Boden ab und ich konnte ihn aufnehmen. Nachdem die Nabelschnur auspulsiert war, hat mein Mann sie durchgeschnitten. Hanna ließ uns nach kurzem Check der Herztöne vom Kleinen eine Zeit alleine und wir konnten zu dritt im Bett kuscheln und uns kennenlernen. Irgendwann kam Hanna für die Nachgeburt wieder. Die zweite Hebamme, Laura, kam ein paar Minuten nach der Geburt und erklärte uns später die Plazenta und unterstützte mich beim ersten Anlegen. Anschließend hat Hanna die U1 vorgenommen und danach mich untersucht und genäht. In der Zeit konnte der Papa kuscheln und genießen. Gegen kurz nach 4 Uhr durften wir bereits glückselig mit unserem neuen Familienmitglied im Vollmondschein nach Hause fahren.
Am gleichen Tag kam Annekathrin zu uns nach Hause und unterstützte uns im Wochenbett. Sie nahm sich viel Zeit für all unsere Sorgen und Ängste und rundete die Reise zu unserem Wunder ab.
Wie ich es manifestiert hatte, durften wir unseren Sohn im blauen Zimmer gebären und sind unendlich dankbar, so eine wundervolle erste Geburt mit Unterstützung von Hanna erlebt haben zu dürfen und denken gerne daran zurück. Ich wünsche jeder werdenden Mama eine so tolle und warmherzige Betreuung, sowohl während der gesamten Schwangerschaft als auch bei der Geburt und Nachsorge. Vielen lieben Dank für eure tolle Arbeit, wir fühlten uns zu jeder Zeit in guten Händen – ihr macht einen großartigen Job.
Meine selbstbestimmte Wassergeburt im Geburtshaus Bad Oldesloe
"Diese Geburt war heilend – sie hat meine erste Erfahrung verwandelt und mir so viel Kraft gegeben."
Zuhause
Gegen 15:30 Uhr spürte ich die ersten Anzeichen – leise und zart, aber spürbar. Ich wusste, ich muss mich jetzt ausruhen. Mein vierjähriger Sohn lag neben mir, hörte eine Geschichte, während ich versuchte, zur Ruhe zu kommen. 17:30 Uhr kam mein Partner von der Arbeit, ich war verwundert, ob es jetzt wirklich los geht?...
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Wir brachten noch das Kind ins Bett, welches sehr aufgeregt war, und bei jeder Welle nervös wurde, diese waren jetzt regelmäßig und ich musste sie veratmen.
Gegen 21:00 Uhr ging ich duschen und mein Partner klebte mir das TENS-Gerät auf, was im Nachhinein eine große Hilfe war.
Um 21:51 Uhr riefen wir bei der Rufbereitschaft an. Veronique meldete sich zurück – wir vereinbarten, noch eine Stunde zu warten und dann erneut anzurufen. Um 22:44 Uhr entschieden wir uns dann, loszufahren, sobald mein Vater da war, um das Kind zuhüten. Im Auto kamen alle 5 Minuten Wellen.
Ankunft im Geburtshaus
Um 00:40 Uhr kamen wir am Geburtshaus an – etwas durcheinander suchten wir erst noch einen Parkplatz, obwohl direkt am Geburtshaus Parkmöglichkeiten gewesen wären. Irgendwie standen wir beide etwas neben uns. Komisch.
Im Geburtshaus wurden wir dann von Veronique empfangen. In der Schwangerschaft war ich von drei vertrauten Hebammen begleitet worden, und ich hatte mir so sehr gewünscht, eines dieser bekannten Gesichter bei meiner Geburt an meiner Seite zu haben. Doch es war zwischen den Feiertagen am Jahresende – und wie es der Zufall wollte, waren zwei Geburten zur gleichen Zeit im Gange. Veronique war bei der anderen Frau, und Hanna übernahm meine Betreuung. Sie gehörte nicht zu meinem Geburtsteam, was mich kurz verunsicherte.
Trotz der anfänglichen Sorge spürte ich schnell: Es passt. Hanna begegnete mir mit Ruhe, Klarheit und viel Respekt für meine Wünsche. Ich spürte auch, dass sie sich alle nötigen Infos aus dem Geburtsvorgespräch geholt hatte. Diese zweite Geburt sollte selbstbestimmt sein – und sie wurde es. – heilend, kraftvoll und ganz meine.
Geburtsverlauf
Um 01:00 Uhr übernahm Hanna offiziell meine Betreuung. Der Raum war bereits so vorbereitet, wie ich es mir gewünscht hatte: eine Matte unter dem Seil zum reinhängen, ein Gefühl von Ankommen. Ich nahm die Wellen stehend, mit dem Seil in den Händen entgegen, die Abstände mittlerweile sehr kurz.
Etwa 15 Minuten später verspürte ich einen intensiven Druck nach unten. Musste ich mal auf Toilette? Hanna schlug eine Untersuchung vor. Ich hatte Angst, mich hinzulegen – zu präsent waren die negativen Erinnerungen an meine erste Geburt. Ich willigte ein, mit der Bitte, sofort wieder aufstehen zu dürfen.
Während der Untersuchung überkam mich für einen Moment Panik. Doch Hanna war schnell, einfühlsam und sagte dann die erlösenden Worte: „Muttermund vollständig eröffnet.“ Ich war erleichtert – und gleichzeitig erstaunt. Kurz zuvor hatte ich noch gefragt: „Ich stelle mich so an – es geht doch gerade erst los, oder?“ Zu erfahren, dass ich schon so weit war, ließ mir Tränen der Erleichterung kommen.
Um 01:36 Uhr stieg ich in die Wanne. Gegen meinen Plan, aber dann doch genau richtig. Mein Partner saß am Rand, die Füße im Wasser – ich hielt sie fest, während ich mich durch die nächsten Wellen bewegte.
Um 01:47 Uhr begannen die Presswehen. Mein Körper übernahm, instinktiv, kraftvoll. Fünf Wellen trugen mich durch diese Phase der Geburt. Nach der zweiten Welle bat ich um eine Pause – und mein Körper schenkte mir diese. Hanna sprach sinngemäß eine meiner Geburtsaffirmationen: „Ich öffne mich sanft und sicher, wie die Blüte einer schönen Blume.“
Dann kam die nächste Welle, ich spürte, wie sich mein Körper öffnete, hielt meinen Intimbereich schützend und spürte den Kopf. In der vierten Welle platzte die Fruchtblase und der Kopf meines Babys wurde geboren. Kurz die letzten Reserven sammeln und in der letzten Welle kam der Körper. Ich war die gesamte Zeit im Kniestand, so konnte ich mein Baby auch selbst annehmen. Ich sah das Wunder erst unter Wasser an, streichelte die Käseschmiere aus den Haaren und hob es hoch. Ich sah, dass sie ein Mädchen ist. Überraschung!
Hanna hatte meinen Wunsch nach Selbstbestimmtheit verstanden. Sie hielt sich im Hintergrund, griff erst ein, als ich Unterstützung brauchte, um aus der Wanne zu steigen. Ich war überglücklich, voller Endorphine, hing mit dem Oberkörper noch irgendwie in der Schlaufe vom Seil, ganz in meinem Rausch – und hatte nur Augen für mein Baby. Wir wurden vorsichtig abgetrocknet und dabei fiel mir auf der Raum war nur ganz sanft beleuchtet.
Ankommen
Um 02:05 Uhr lagen wir im Bett. Die Nabelschnur blieb dran, bis sie ganz auspulsiert war. Unsere Tochter stillte zum ersten Mal – wir lagen beieinander, Haut an Haut. Mein Partner war die ganze Zeit da, hielt uns, war mein sicherer Hafen.
Um 02:35 Uhr wurde die Plazenta geboren. Ich hatte starke Nachwehen und mir war übel – ich bekam einen warmen Ingwertee und nahm eine Ibuprofen. Auch in diesem Moment war Hanna präsent und ruhig.
Um 03:30 Uhr wurde die U1 durchgeführt. Alles bestens! Um 04:20 Uhr begannen wir, uns langsam fertig zu machen. Nach einem kurzen Abschlussgespräch um 05:00 Uhr holte mein Partner das Auto – diesmal direkt vor die Tür – und um 05:30 Uhr fuhren wir nach Hause.
Dankbarkeit
Ich bin unendlich dankbar für diese Geburt. Für die Ruhe. Für das Vertrauen. Für die Selbstbestimmung. Diese Geburt war heilend – sie hat meine erste Erfahrung verwandelt und mir so viel Kraft gegeben.
Danke an das ganze Team im Geburtshaus Bad Oldesloe – für euer Herz, eure Hände, euer Dasein.
„Wenn ich eine Frau wäre, würde ich auch ins Geburtshaus gehen“ (Mein Mann)
Das Geburtshaus war für mich der wundervollste Ort, um unsere Tochter zur Welt zu bringen!
Eigentlich wollte ich immer eine Hausgeburt haben. Als ich dann schwanger war, meldete sich mein Bauchgefühl ... dieses fühlte sich aus unerklärlichen Gründen zum Geburtshaus hingezogen und so vertraute ich darauf. Was soll ich sagen, meine Tochter wollte gerne in einer wundervollen Altbauvilla geboren werden. Auch mein Mann fand ein Geburtshaus nur nachvollziehbar und kommentierte meine Entscheidung mit „Wenn ich eine Frau wäre, würde ich auch ins Geburtshaus gehen“.
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Gesagt, getan. Schon beim Infoabend haben wir gemerkt, wie sehr die Hebammen für ihre Arbeit brennen. So viel Leidenschaft habe ich selten für einen Beruf erlebt. Das Hebammenteam hat meine gesamte Schwangerschaft begleitet. Beim Frauenarzt war ich nur für die Ultraschalluntersuchungen. Ich habe mich immer super gefreut, wenn ich zur Vorsorge gefahren bin. Jede Hebamme hatte Zeit, Mitgefühl und eine Prise Humor.
Die Geburt startete gegen 3:20 Uhr mit einem leichten Blasensprung, ich habe mich aber wieder ins Bett gelegt. Hin und wieder kam eine kleine Wehe, aber ich konnte nochmal bis 6 Uhr schlafen. Dann weckte mich unsere Hündin und ich bin mit ihr spazieren gegangen. Auf dem Spaziergang hatte ich schon zwei recht starke Wehen. Zuhause angekommen durfte ich immer wieder Wehen veratmen, doch ich wollte unbedingt noch frühstücken und Kakao trinken. So habe ich mir das während der Schwangerschaft vorgestellt und so wollte ich das haben. Basta. Naja, zum Essen und Trinken kam ich kaum. Auch mein Vorhaben, schonmal bei der Rufbereitschaft anzurufen, durfte ich immer wieder hinausschieben.
Mich überkam ein Wehensturm. Um 7:30 Uhr schleppte ich mich die Treppen zu meinem schlafenden Ehemann hoch. Meine Hündin war natürlich schneller und als er mich hörte, war er schlagartig hell wach. Er schickte mich sofort wieder runter und kümmerte sich um Alles, was wir besprochen haben. Ok, nach der Geburt erzählte er, dass er die Hälfte vergessen habe (trotz Spickzettel :D), aber die wichtigsten Dinge, waren erledigt ;)
Während mein Mann herum wuselte, dachte ich mir nur „warum habe ich mich nicht doch für eine Hausgeburt entschieden? Wie soll ich denn jetzt noch 30 Minuten im Auto sitzen?“ Mein Mann klingelte gegen 8 Uhr bei der Rufbereitschaft durch. „Hey Hanna, Anne hockt hier auf allen Vieren und hat ziemlich starke Wehen“
Wir fuhren ins Geburtshaus und wurden von Hanna gleich in den grünen Raum begleitet. Nun war ich froh, hier zu sein und spürte, dass dieser Ort der ist, den ich brauche. Ich verlor nochmal sehr viel Fruchtwasser und das Wehenspektakel ging noch eine Weile munter weiter. Als mich Hanna nach einiger Zeit untersuchte, war ich erleichtert ... 8 cm. Puh, zum Glück! Irgendwann gönnte mir mein Körper etwas Pause und ich durfte etwas durchatmen. Hanna ist immer wieder auf meine Bedürfnisse eingegangen oder hat Impulse gegeben. Dann kam Annekathrin als zweite Hebamme in den Raum. Was für ein toller Betreuungsschlüssel! Zwei Hebammen an meiner Seite und nicht einmal das Gefühl, dass es zu viel war. Denn beide haben sich zurückgehalten und gaben mir die Zeit, die ich brauchte. Auch mein Mann war ganz wundervoll und hat mich einfach gehalten. Ich hatte rückblickend das Gefühl, jeder wusste intuitiv, was er/ sie machen muss. Die letzte Stunde war nochmal sehr intensiv, auch weil mein Körper so langsam keine Kraft mehr hatte.
Aber ich wusste, dass ich es schaffe. Und dann, 14:29 Uhr kam unser Leben, ins Leben. Ich durfte unsere Tochter sofort in den Arm nehmen und als ich mich ins Bett gelegt habe, war sie gleich an meiner Brust. Hanna und Annekathrin ließen uns drei alleine und wir durften erstmal ankommen. Ich habe mich auch nach der Geburt gut aufgehoben gefühlt, da beide Hebammen einfach Sicherheit und Vertrauen ausstrahlten. Da mein Kreislauf mehr Zeit brauchte als gedacht, blieb ich noch zwei Stunden länger im Geburtshaus. Dann wurden unsere Tochter und ich „startklar“ gemacht und wir sind gegen 18 Uhr nach Hause gefahren. Was für ein Tag!
Und nun, 11 Monate später schreibe ich diese Zeilen und denke nur „verrückt! Das ist 11 Monate her! Vor einem Jahr war ich noch schwanger!“ Und ich spüre Dankbarkeit für die tolle Schwangerschaft und Geburt. Für diese wundervolle Begleitung der Hebammen und den traumhaften Ort, an dem unser Kind geboren werden durfte.
Ich bin dankbar, diesen Weg gegangen und begleitet worden zu sein.
„Hanna fielen meine Geburtsaffirmationen in die Hand und gleich die erste war: „Ich gebäre mein Baby sanft und ruhig.“ Davon war nicht mehr viel übrig und wir mussten ein bisschen lachen.“
Nach einer langen Kinderwunschphase und einer frühen Fehlgeburt vor zwei Jahren haben wir im Februar 2024 den positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten dürfen. Für mich stand bereits bei der ersten Schwangerschaft fest, dass ich unser kleines Wunder ungern in einem Krankenhaus entbinden möchte und habe mich mit dem Thema außerklinische Geburt beschäftigt.
Als ich meinem Mann berichtet habe, dass ich unser Baby am liebsten zu Hause gebären möchte, war er wenig begeistert. Durch Empfehlungen haben wir Kontakt mit Annekathrin aufgenommen. In dem liebevollen Erstgespräch konnte Annekathrin ihm die Ängste und Sorgen nehmen, sodass wir uns auf eine Geburt im Geburtshaus einigen konnten.
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Die Schwangerschaft ist, durch die Erfahrung zwei Jahre zuvor, natürlich nicht völlig angstfrei verlaufen. Durch die liebevolle und unterstützende Begleitung im Rahmen der regelmäßigen Schwangerschaftsvorsorge, die ich von da an abwechselnd bei Hanna, Silke und Annekathrin hatte, konnte ich immer mehr loslassen und an Sicherheit gewinnen, auf mein Bauchgefühl zu hören. Rückblickend bin ich sehr froh, dass ich nur zu den drei großen Ultraschallterminen zum Frauenarzt gegangen bin und dadurch nicht ständig verunsichert wurde, dass das Baby zu klein oder zu groß sei.
In der 40. Schwangerschaftswoche angekommen, wuchs langsam die Ungeduld auf unseren kleinen Mann. Zwei Tage vor ET, in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober gegen 3 Uhr, wurde ich von den ersten Wehen geweckt, die regelmäßig alle 10-12 Minuten kamen. Mit Meditation und Hypnose der „friedlichen Geburt“ schlief ich immer wieder kurz ein und konnte die Wehen gut veratmen. Als mein Mann gegen 6 Uhr wach wurde, wählten wir aufgeregt die Piepernummer, um uns anzumelden. Die liebe Silke hatte noch Dienst und rief uns direkt zurück. Nach kurzer Abstimmung sollten wir uns wieder melden, wenn die Wehen im Abstand von 5-8 Minuten kommen. Danach sind wir aufgestanden, haben gemütlich gefrühstückt und sind mit unserem Hund spazieren gegangen. Gegen 9 Uhr nahm die Intensität ab und die Wehen hörten auf. Ich war schon ein bisschen traurig, dass unser Schatz es sich doch anders überlegt hat und uns noch ein bisschen warten lässt. Hanna hatte mittlerweile den Dienst übernommen und ich sollte die Zeit nutzen, um Kraft zu sammeln. Ich legte mich ins Bett und schlief noch 1-2 Stunden.
Am späten Nachmittag, gegen 17 Uhr, kam Annekathrin zur Akupunktur und rieb mir den Bauch mit Ut-Öl ein. Drei Stunden später, beim Abendessen, setzten die Wehen wieder ein, die jetzt viel stärker waren als am Morgen. Ich setzte wieder meine Kopfhörer auf und konzentrierte mich mit Hilfe der Hypnosen auf die Bauchatmung. Gegen 21:30 Uhr haben wir Rücksprache mit Hanna gehalten und bei einem Wehenabstand von 3-4 Minuten sollten wir uns wieder melden und langsam auf den Weg ins Geburtshaus machen. Bis ca. 23 Uhr konnte ich mit Hilfe der Hypnosen die Wehen gut veratmen. Danach wurden die Wehen sehr intensiv, kamen im Abstand von 5 Minuten und im Nachgang hätten wir da eigentlich schon aufbrechen sollen. Ich fühlte mich zu Hause aber noch sehr wohl und entschied mich, in die Badewanne zu gehen. In der Wanne ist eigentlich direkt die Fruchtblase geplatzt und der Schleimpfropf ist abgegangen, und die Wehen wurden auf Schlag so heftig, dass ich direkt wieder aus dem Wasser raus musste. Von da an half auch keine Hypnose mehr und das richtige Atmen fiel mir ohne Anleitung schwer. Es war ca. 23:30 Uhr, als mein Mann mit Hanna vereinbart hat, dass wir gegen 23:50 Uhr von zu Hause losfahren.
Die Autofahrt war eine Sache für sich. Mein Mann versuchte, mich abzulenken, aber ich hatte schon so einen starken Druck und Schmerzen, dass ich Angst hatte, den Griff im Auto abzureißen bei jeder Wehe. Mittlerweile waren wir bei einem Wehenabstand von 2-3 Minuten. In meinem Kopf war die ganze Zeit nur: „Wenn Hanna jetzt sagt, ich bin noch nicht so weit, will ich ins Krankenhaus und eine PDA.“ 😊 Ich konzentrierte mich die ganze Zeit nur auf die Ankunftszeit vom Navi, da stand „Ankunft 00:15 Uhr“. Angekommen im Geburtshaus begleitete Hanna mich zur Toilette. Sie meinte, ich könne mich gerne noch aufs Bett legen, damit sie mich untersuchen kann. Mich jetzt noch hinzulegen war für mich undenkbar, also kniete ich mich direkt vors Bett. Sie kontrollierte die Herztöne von unserem Sohn, auch mein Muttermund war schon fast bei 10 cm.
Hanna fielen meine Geburtsaffirmationen in die Hand und gleich die erste war: „Ich gebäre mein Baby sanft und ruhig.“ Davon war nicht mehr viel übrig und wir mussten ein bisschen lachen. Sie unterstützte mich liebevoll bei der Atmung und mein Mann stand mir als körperliche Stütze gegenüber dem Bett zur Verfügung. Nach nur wenigen Presswehen war unser kleines Wunder um 00:40 Uhr da. Hanna legte ihn auf den Boden ab und ich konnte ihn aufnehmen. Nachdem die Nabelschnur auspulsiert war, hat mein Mann sie durchgeschnitten. Hanna ließ uns nach kurzem Check der Herztöne vom Kleinen eine Zeit alleine und wir konnten zu dritt im Bett kuscheln und uns kennenlernen. Irgendwann kam Hanna für die Nachgeburt wieder. Die zweite Hebamme, Laura, kam ein paar Minuten nach der Geburt und erklärte uns später die Plazenta und unterstützte mich beim ersten Anlegen. Anschließend hat Hanna die U1 vorgenommen und danach mich untersucht und genäht. In der Zeit konnte der Papa kuscheln und genießen. Gegen kurz nach 4 Uhr durften wir bereits glückselig mit unserem neuen Familienmitglied im Vollmondschein nach Hause fahren.
Am gleichen Tag kam Annekathrin zu uns nach Hause und unterstützte uns im Wochenbett. Sie nahm sich viel Zeit für all unsere Sorgen und Ängste und rundete die Reise zu unserem Wunder ab.
Wie ich es manifestiert hatte, durften wir unseren Sohn im blauen Zimmer gebären und sind unendlich dankbar, so eine wundervolle erste Geburt mit Unterstützung von Hanna erlebt haben zu dürfen und denken gerne daran zurück. Ich wünsche jeder werdenden Mama eine so tolle und warmherzige Betreuung, sowohl während der gesamten Schwangerschaft als auch bei der Geburt und Nachsorge. Vielen lieben Dank für eure tolle Arbeit, wir fühlten uns zu jeder Zeit in guten Händen – ihr macht einen großartigen Job.
„Um 9:38 Uhr kam dann unser Überraschungsei im Wohnzimmer auf die Welt und machte sich gleich lauthals bemerkbar.“
Eine Woche vor ET saß ich Montag Mittag mal wieder bei der Akupunktur, nachdem ich schwimmen war. Ich hatte mir die ganze Zeit ausgemalt, dass ich mein Kind am 7.7. bekomme, denn am 14.7. hat mein großer Sohn Geburtstag. Nun war es der 8.7. und ich dachte, dass das Kind nun auch bis zum 15. warten kann...
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Wie die Wochen davor merkte ich auch diese Woche zunächst einmal nichts von der Akupunktur. Doch abends nahm ich leichte Schmerzen im Unterbleib war. So brachte ich meinen großen Sohn ins Bett und versuchte danach recht zügig ebenfalls zu schlafen. Leider gelang mir das nicht, ich war unruhig, wollte alles sauber haben und hatte viele Gedanken im Kopf.
Gegen halb drei in der Nacht hielt ich es im Bett neben Kind und Mann nicht mehr aus, ich war mir mittlerweile sicher, dass es richtige Wehen sind. So ging ich duschen und dann aufs Sofa, in der Hoffnung noch einmal Ruhe zu finden. Meinen Mann wies ich an, die Sachen aus dem Keller für die Hausgeburt zu holen und das Sofa abzudecken. Danach schickte ich ihn wieder zu unserem Sohn ins Bett. Viel machen konnte er eh noch nicht und ich wollte, dass alle anderen noch ein wenig Schlaf bekommen. Das sagte ich auch immer wieder zu unserem Kind im Bauch, denn ich wollte sehr ungern alle aus dem Schlaf reißen. Und so veratmete ich leise bis um halb sechs die Wehen.
Um halb sechs weckte ich meinen Mann. Die Wehen kamen mittlerweile in einem Abstand von circa 2 Minuten. Er rief die Hebamme Veronique auf dem Pieper an und sie machte sich nach einem kurzen Telefonat fertig um zu uns zu kommen. Auch meine Mutter riefen wir an, damit sie unseren Sohn abholt. So wurde er dann um kurz vor sechs abgeholt und auch Veronique kam kurze Zeit später, ebenso wie unsere Geburtsfotografin.
Die Wehen wurden intensiver und ich konnte, wie bereits bei der ersten Geburt, nur im Vierfüßlerstand sein. Alles andere tat viel mehr weh und war unangenehm.
Zur Hilfe hatte ich einen Geburtskamm und das Tensgerät. Nach einiger Zeit merkte ich, dass ich mitschieben muss. Leider war der Muttermund noch nicht vollständig offen und ich musste noch etwas aushalten.
In der Zwischenzeit kam auch die zweite Hebamme Laura. Um ehrlich zu sein, habe ich aber niemanden wirklich wahrgenommen, ich war komplett im Tunnel und habe mich nur auf mich und mein Kind konzentriert.
Die ganze Zeit über war ich in einer Position, die ich viele Wochen vorher auch schon als Geburtsposition visualisiert hatte. Veronique bat mich, die Position noch einmal zu verändern. In der Hocke brach dann leider mein Steißbein mit einem lauten knacken. Dies passierte leider bereits bei der ersten Geburt ebenfalls. (Anmerkung der Hebammen: Der Positionswechsel war wichtig für den Geburtsfortschritt. Ein Steißbeinbruch ist eine seltene Komplikation bei einer Geburt. Wenn es jedoch einmal gebrochen war ist die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Bruchs erhöht. Im Allgemeinen verheilt dieser Bruch beschwerdefrei.)
Danach wechselte ich wieder in eine Art Vierfüßler, hier fühlte ich mich am wohlsten. Mittlerweile schob ich ordentlich mit und Veronique zeigte mir immer wieder, wo ich hindrücken muss. Unser Kind ließ sich in der letzten Phase der Geburt recht viel Zeit und steckte relativ lange im Geburtskanal. Ich hatte aber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass die Situation brenzlig wird oder es dem Kind nicht gut geht. Es ließ sich einfach Zeit und so nahm ich diese Geburt auch war, ruhig, gemütlich und vollkommen bei uns.
Um 9:38 Uhr kam dann unser Überraschungsei im Wohnzimmer auf die Welt und machte sich gleich lauthals bemerkbar. Ich bin den Hebammen unendlich dankbar, dass ich diese wundervolle Gehurt zuhause erleben konnte.
„29.08.2023: Seit Tagen bin ich ungeduldig. Wann kommst du endlich?“
Wir sind bereit, ich bin bereit! So langsam gibt es erste Anzeichen, dass es losgehen könnte. Ich gehe noch einmal zur Akupunktur in die Hebammenpraxis/Geburtshaus und hoffe dich bald im Arm halten zu dürfen. Ich liege später am Tag etwas antriebslos auf dem Sofa und versuche die Ungeduld wegzuschieben, ab und zu ein leichtes Ziehen im Bauch. Vielleicht hilft ein Entspannungsbad. Im warmen Wasser bei angenehmem Kerzenschein höre ich Hypnosen der „friedlichen Geburt“ um mich positiv auf die Geburt einzustimmen, gedanklich zu öffnen und meinem Baby zu signalisieren sich auf den Weg zu machen. Ich gehe zu Bett, höre wie meine Familie friedlich schläft. Das Ziehen im Bauch hat etwas zugenommen
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30.08.2023: Gegen halb eins wache ich auf, weil es intensiver wird. Wieder höre ich
Hypnosen und konzentriere mich auf die tiefe Bauchatmung. Ich bin absolut ruhig und entspannt. So schlafe ich immer wieder kurz ein, mit einem Ohr teils bei den Hypnosen.Die Intensität nimmt stetig zu, es sind nun richtige Wellen, die durch meinen Körperfließen. Vorfreude steigt auf. Es ist mittlerweile 5.30 Uhr. Ich mache meinen Mann wach. Unsere kleine große Tochter schläft noch. Oma ist schon seit gestern bei uns und kümmert sich.
Nach kurzer telefonischer Rücksprache mit einer der diensthabenden Hebamme, in
unserem Fall Hanna :), machen wir uns allmählich auf den Weg ins Geburtshaus. Die
Abstände der Wellen werden geringer. Ich bin völlig bei mir und auf meine Atmung
konzentriert. Es ist 6.30 Uhr als wir in der Salinenstraße ankommen. Hanna nimmt uns in Empfang und wir besprechen kurz die Lage. Ich bin weiterhin entspannt, auch die Herztöne des Babys sind völlig gleichmäßig. Und so nehme ich jede neue Welle dankend an.
Ich mache es mir auf dem Gymnastikball gemütlich, kreise das Becken, atme unter
Anleitung der Hypnosen mit Kopfhörern in den Ohren immer wieder tief in den Bauch hinein. Mein Mann sitzt mir gegenüber im Sessel…liest Sportnachrichten und stoppt die Abstände zwischen den Wellen.
Etwas frustriert stelle ich allmählich fest, dass die Intensität nachlässt. Mein Mann
bestätigt, dass die Abstände wieder größer werden. Auch Bewegung scheint nicht zu
helfen. Und jetzt? Wehenstillstand? Ich habe Sorge, dass wir vielleicht ins Krankenhaus müssen und werde zudem unfassbar müde. Mir ist kalt. Hanna bleibt jedoch absolut zuversichtlich, rät mir eine kleine Pause einzulegen. Mein Körper schreit förmlich danach und so schlafe ich tatsächlich ungefähr eine Stunde lang.
Es ist ca. 10 Uhr. Nach der Erholung bin ich hellwach und energiegeladen. Hanna
kontrolliert Babys Herztöne - alles bestens, und versorgt mich mit Tee. Es geht in die zweite Runde. Die Wellen sind nun wieder da, diesmal kräftiger und schnell an Intensität zunehmend. Zum Scherzen ist mir allmählich nicht mehr zu mute. Ich versinke erneut sitzend auf dem Ball in meine Hypnose und muss deutlich Welle für Welle veratmen. Oh je, es tut teilweise echt weh, aber ich gebe mich dem Schmerz hin. Ich möchte endlich unser Baby begrüßen. Und so atme und atme ich für weitere zwei Stunden jede Welle tief in den Bauch, bis ich allmählich immer stärkeren Druck und den Wunsch nachzuschieben verspüre. Beim nächsten Toilettengang verspüre ich einen deutlichen Drang zu pressen. Scheinbar kann man mir dies anhören, denn Hanna und Veronique, die inzwischen dazu kam, bereiten den Raum für die bevorstehende Geburt unserer Tochter vor. Nun muss mein
Mann, der mich derweil immer wieder ans Trinken erinnert hat, nicht nur mentaler Halt, sondern auch körperlich eine Stütze für mich sein, denn die Position auf dem Ball fühlt sich nicht mehr gut an. Auch Stehen ist zu anstrengend.
Im Vierfüßler, gestürzt durch meinen Mann, habe ich nun alle Kraft, um gemeinsam mit meinem Baby die letzten Schritte in Richtung Ziel zu gehen. Die Herztöne des Babys sind nach wie vor absolut entspannt und regelmäßig. Mir wird dagegen sehr, sehr warm. Es ist eine unglaubliche Urkraft, die der weibliche Körper aufbringen kann. Mittlerweile brauche ich nicht mehr die Kopfhörer mit der Hypnose. Mein Hebammen-Duo leitet mich absolut super an. Ich fühle mich sehr sicher, geborgen sowie umsorgt und kann mich dadurch diesem heftigen Druck kraftvoll hingeben. Ich denke immer wieder an mein Baby und wie sehr ich es bei mir haben möchte. Dafür gebe ich alles, was ich kann. Kein einziger Gedanke, es nicht schaffen zu können. Einfach nur Kraft! Siehe da, das Köpfchen kommt, ich kann es mit der Hand ertasten. Ein Wahnsinnsgefühl! Noch wenige Male schieben, ein allerletztes Mal, die Fruchtblase platzt und endlich ist sie da.
Um 13.21 Uhr wird unser Kind geboren. Hanna nimmt sie auf und legt sie für mich ab. Da ist sie - wunderschön!
Ich selbst nehme sie vom Boden auf meinen Arm. Pure Liebe und die schönste
Belohnung, die es gibt. Jeglicher Schmerz oder Anstrengung vergessen. Auch mein Mann ist völlig überwältigt. Wir legen uns zu dritt ins Bett, kuscheln und lernen uns kennen. Hanna & Veronique lassen uns für diesen zauberhaften Moment allein. Erst als sich die Nachgeburt ankündigt, kommen sie wieder dazu. Mein Mann durchtrennt wie bei unserer älteren Tochter die Nabelschnur. Und während Hanna mich versorgt, übernimmt Veronique unter den interessierten Blicken des Papas die U1.
Ungefähr 2 1/2 Stunden nach unserer wunderschönen Geburt dürfen wir nach Hause zur großen Schwester fahren, die bereits sehnsüchtig wartet. Nun sind wir zu viert!
Glücklich!
Ich bin unfassbar stolz und dankbar im Geburtshaus Bad Oldesloe außerklinisch
entbunden und mir damit die Vorstellung meiner persönlichen Traumgeburt erfüllt zu haben.
Bereits während der gesamten Schwangerschaftsvorsorge und ganz besonders unter der Geburt habe ich mich dort so großartig beraten, informiert sowie sicher und umsorgt gefühlt. Tausend Dank an das gesamte Team!!!
Sehr gerne denken wir daran zurück. Und nun durften wir schon den 1. Geburtstag unseres kleinen Sonnenscheins feiern.
Herzliche Grüße, Familie Harder
30.08.2024
Die Geburt unseres ersten Kindes
Während ich diese Zeilen tippe liegt unser kleiner, nun drei Monate alter Sohn in unserem Bett und schläft friedlich. In den letzten Wochen habe ich viele Frauen kennengelernt, die an ihrer Geburt zu knabbern haben. Deshalb möchte ich meine „perfekt unperfekte“ Geburtsreise erzählen, die beweist, dass auch Unvorhergesehenes nicht „schlimm“ sein muss und man gestärkt aus der Geburt herauskommt.
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Mit Beginn der Schwangerschaft mit meinem ersten Kind war mir klar, dass ich mir die Geburt in einem Geburtshaus wünsche. Ich telefonierte also alle für uns in Frage kommenden Geburtshäuser ab und entschied mich schließlich einfach nach Bauchgefühl für das Geburtshaus Bad Oldesloe. Auf Anhieb fühlte ich mich wohl und wusste: das ist es! Und ich hatte Glück und ergatterte für den Geburtsmonat Mai 2024 den letzten Betreuungsplatz.
Intuitiv wusste ich, dass ich mich in einem Krankenhaus schlicht nicht wohlfühlen würde. Mir war wichtig, selbstbestimmt, in Ruhe und in meinem Tempo gebären zu können und vor allem dabei vertraute Menschen um mich zu haben. So wusste ich, kann ich mich auf die Geburt einlassen und fallen lassen. Angst vor den Geburtsschmerzen hatte ich keine und das war auch rückblickend richtig so. In Ruhe gelassen, schafft sich der weibliche Körper seine eigenen Schmerzstiller! Die Schwangerschaftsvorsorgen machte ich in Abstimmung mit meiner Gynäkologin bis auf die Ultraschalluntersuchungen alle im Geburtshaus. So hatten wir einfach entspannt Zeit uns kennenzulernen und die Hebammen kannten mein Baby bereits.
Der Tag der Geburt
Am Tag der Geburt verspürte ich nachts unterschwellig Bauchkrämpfe, hatte morgens leichten Durchfall, machte mir aber nichts draus, schwanger sein bedeutet ja jede Menge komische Symptome.. man härtet ab. Ich hatte weder Senkwehen noch sonst etwas gespürt an Wehen während der gesamten Schwangerschaft, war also sehr entspannt und dachte, wenn es los geht, merke ich das schon...Weit gefehlt!
Den Tag, Pfingstsonntag, verbrachte ich mit „Bauchkrämpfen“ und lenkte mich ab, stand am Herd und machte Pfannkuchen...Nachmittags dann wurden die „Schmerzen“ nicht besser und ich ließ mir ein heißes Bad ein, sehr lustig mit dem dicken Bauch, das mich (uns) zumindest etwas entspannte. Nachdem mein Mann bemerkte, ich würde "genauso laufen wie es Anki im Geburtsvorbereitungskurs vormachte" (ebenfalls im Geburtshaus), dämmerte auch mir allmählich: das sind Wehen!
Da die Rufbereitschaft bereits lief (wir waren in der Woche 40+3 angekommen) rief ich um 17:15 Uhr die Piepernummer an und um Punkt 17:17 Uhr rief mich Laura, die an dem Tag Rufbereitschaft hatte, zurück. Nachdem sie mich befragte, schlussfolgerte sie: „Ja, das sind klassische Wehen.“ Aha! Na dann. Mittlerweile bemerkte auch ich, dass ich watschelte, noch mehr als sonst...
Wir begannen die Wehen zu tracken und erst jetzt verstand ich dank Lauras Anleitung, dass die Wehen (Wellen) „Spitzen“ hatten, also einen natürlichen Höhepunkt. Mein Mann zückte also die App und ich rief bei jeder Wehenspitze „jetzt!“ quer durch die Wohnung und er notierte fleißig. Die Wehen kamen nun alle 3 Minuten. Das schockte mich dann doch. Laura riet uns tiefenentspannt, wir sollten uns „dann langsam mal auf den Weg machen“. Während der Nestbautrieb in den letzten Tagen seinen Höhepunkt erreicht hatte, sah es nun in unserem Zuhause aus wie auf einem Schlachtfeld. Ohje! Egal, Tasche packen, Wasserflasche füllen, Snacks schnappen und ab ins Auto!
Die Autofahrt
Die erste, starke Wehe erfasste mich bereits vor dem Einsteigen ins Auto, also atmen, festhalten, atmen, einstiegen, losfahren. Da eine Geburt Kraft kostet, aß ich noch schnell einen Keks. Lecker! Schmeckte der gut! Also noch einen essen aaabbber, nein, da kommt die nächste Wehe! Die dann vertönt werden musste bei offenem Autofenster an einem schön sonnigen Maisonntag. Ich trauerte etwas um den Keks (Zucker gibt Energie!), doch mein Körper wollte ab nun wirklich nichts mehr essen. Also stattdessen Musik auf die Ohren und dem Baby gesagt, wie sehr ich es liebe und wie ich mich auf ihn freue!
Ab dann konnte ich loslassen und mich den Wehen immer lautstärker hingeben, was in der Bad Oldesloer Innenstadt mit offenem Autofenster auch schon fast wieder lustig war. Mein Mann fuhr also seelenruhig mit Tempo 30 durch die 30er Zone und parkte das Auto vor dem Geburtshaus. Ich hatte Respekt vor den Treppen zum Geburtshaus, doch schaffte es zwischen den Wehen. Endlich angekommen.
Im Geburtshaus angekommen
Laura empfing uns und checkte schnell die Lage: Ich tönte mittlerweile schon und mochte nicht mehr viel reden. Sie brachte uns in den Geburtsraum, den wir durch die Vorsorgen schon kannten und liebten. Das Licht war gedimmt und ich freute mich auf die Geburt! Ungehemmt vertönte ich mittlerweile Wehe für Wehe und war Laura dankbar für ihre Kommentare und Hilfestellungen, so wusste ich immer, wo ich stehe und was das nun bedeutete...
Jeder Schritt wurde mit mir abgesprochen, wenn es ans Tasten ging und Babys Herztöne abgehört werden durften. Nur ein einziges Mal checkte sie meinen Muttermund mit meiner Erlaubnis. Ich krallte mich an meinem Mann fest (Männer, zieht euch schützende Jeans an! Wir brauchen euch!) und veratmete Wehe für Wehe, nutzte den Geburtsraum nun auch räumlich aus und probierte verschiedene Stellungen aus.
Laura strahlte die so dringend gewünschte Ruhe aus und wenn ich nicht mehr weiter wusste hieß es: „Lauraaa, was jeeeetzt, ahhh (Wehe)!!! und sie zeigte mir Optionen, die ich mal ausprobierte und mal im Geburtsrausch ignorierte...je nachdem, was sich gerade richtig anfühlte. Ich persönlich liebte es, mich dem Prozess vollkommen hinzugeben. Der weibliche Körper versorgt einen mit einer guten Portion Hormone, wenn man ungestört gebärt...das war das schönste „High“ meines Lebens! Und es wurde noch „higher“, als das Baby da war. Doch dazu später mehr. Die Stunden zogen an mir vorbei, ich war ganz bei mir und meinem Baby und bewegte mich intuitiv.
Die finale Phase beginnt
Die Wehen kamen von Beginn an sehr schnell und ich verfluchte mich, weil ich gehört hatte, dass zwischen den Wehen Pausen sind und man die ja sooo gut nutzen kann zur Entspannung… Pustekuchen. Mein Körper hatte es anscheinend eilig. Oder unser Baby, wer weiß. :)
Laura zog die zweite Hebamme hinzu und sprach sich mit ihr auf dem Flur leise ab. Ich durfte fleißig weitermachen, von meinem Mann gestützt. Der versorgte mich in den richtigen Momenten mit Wasser und ließ mir in den restlichen Momenten meinen Freiraum. Das änderte sich mit jedem Wehenbeginn wieder, ein Wechselspiel aus „Sei da.“, „Gib mir Wasser.“ und „Bleib mir bloß fern oder ich beiße dich (bestimmt)“. Geburt ist kein Zuckerschlecken, Ladies.
Nach einiger Zeit bemerkte Laura, dass es nicht wie gewünscht voran ging und mit meinem Einverständnis tastete sie den Muttermund. Dabei öffnete sich die Fruchtblase und Laura stellte fest, dass unser Baby an der Muttermundlippe „hing“ und es so natürlich nicht ganz durchkam. Laura behob dies manuell und weiter ging es! Nun fühlte es sich auch tatsächlich besser an.
Die Presswehen brachten dann endlich die lang ersehnte Pause zwischen den Wehen. Tat das gut! Um 23:10 Uhr dann, nach einigen intensiven Presswehen und liebevollem Anfeuern der beiden Hebammen („Trau dich!“) spürte ich das Köpfchen meines Sohnes austreten. So hing er da und die Zeit stand still… Innerlich fand ich es abgefahren: nun hängt er da?! Zwischen den Welten...einen Moment durchatmen, die Pause genießen...Einfach nur Sein...
Dann kam die finale Welle und mit der letzten Kraftanstrengung wurde unser Sohn in Lauras Hände geboren. Ich liebe es, dass unsere zweite Hebamme, die liebe Hanna, diesen Moment fotografisch festhielt. Es sind meine absoluten Lieblingsbilder. Unser kleiner Mann war da, ich sehe wie neugierig Papa guckt und mich selbst, vollkommen verschwitzt aber auch, dieser Moment: „Aha, du warst also in meinem Bauch. Ja, das passt.“
Wir wurden also nun zu dritt in das Bett umgebettet und ich weiß noch, wie wundervoll sich das frisch bezogene Bett anfühlte, warm, weich, geborgen. Unser Sohn wurde an meine Brust gelegt und durfte das erste Mal stillen. Beseelt schaute ich auf sein Köpfchen und genoss den Augenblick, die Ruhe nach den Anstrengungen der Geburt. So lagen wir drei dort und kuschelten. Laura und Hanna ließen uns allein und gaben uns Zeit, einander zu genießen. Es war mitten in der Nacht, die Salzkristalllampe leuchtete sanft und ich genoss erschöpft die Ruhe.
Die Nachwehen / Es kommt doch noch anders als gedacht: Baby da, Verlegung in Ruhe
Ich spürte die Nachwehen bereits, doch die Plazenta wollte und wollte sich nicht lösen. Kuscheln fördert ja die Nachwehen und wir kuschelten die ganze Zeit. Mir ist noch in Erinnerung geblieben, wie heilig und still die Atmosphäre im Geburtshaus war, wie gut es tat, dort zu sein. Laura und Hanna klärten mich auf, dass die Plazenta nun langsam mal kommen müsse, zeitlich gesprochen. Tat sie aber nicht. Es wurde mit Oxytocin nachgeholfen, immer in Absprache mit mir, doch, ja, nun spürte ich mehr Nachwehen, doch nein, die Plazenta kam einfach nicht.
Vorsorglich hatte ich mich bereits in den letzten Schwangerschaftswochen in der Klinik Bad Segeberg angemeldet, einfach, um im Fall der Fälle keine Formulare ausfüllen zu müssen. Der Rettungswagen sollte nun dann doch geholt werden, damit die Plazenta abgehen konnte… Ich hörte nur „Krankenhaus“ und dachte mir, nein, das schaffe ich...und bat Hanna um ihre Hand und gemeinsam mit ihrer Anleitung gebar ich endlich auch die Plazenta, beendete damit auch offiziell die Geburt. Der Rettungswagen wurde wieder abbestellt. Ich würde ihn am Morgen doch noch treffen!
Meine Geburtsverletzungen wurden entspannt auf dem Bett genäht und mein Mann kuschelte und schlief mit unserem Sohn auf der Brust neben mir, es war mitten in der Nacht. Das Nähen lief sehr ruhig und entspannt ab. Ich war einfach nur happy und stolz und glücklich. Doch Aufstehen konnte ich nicht, der Kreislauf sackte immer wieder ab. Ich bat um einen Keks, jetzt ging das Essen wieder, und trank ordentlich. Doch selbst nach Stunden stabilisierte sich mein Kreislauf nicht. Ich ruhte dazwischen einfach aus und genoss die Nacht. Am frühen Morgen entschied Laura dann, dass es besser sei, uns in die Klinik zu verlegen („Verlegung in Ruhe“ heißt das dann und wurde mit uns schon in der Schwangerschaft abgesprochen). Ich stimmte ihr zu, denn ich schaffte es so einfach nicht aus dem Bett.
Schichtwechsel im Rettungswagen, klar doch.
Zwei nette Damen brachten mich in den Rettungswagen und ich spürte mein „Geburtshigh“ weiterhin. Wie blau der Himmel doch war, wie schön die Sonne! Mein Baby war da und alles war gut. Laura begleitete mich im Rettungswagen, der entspannt nach Segeberg fuhr und sogar noch unterwegs anhielt, um einen Schichtwechsel zu machen.
Also kamen wir mit neuer Besatzung in Bad Segeberg an, Baby durfte die ganze Zeit bei mir mitfahren, im Maxi Cosi gesichert. Dort angekommen fand eine Übergabe statt zwischen Laura und der diensthabenden Hebamme...die ich, wie es der Zufall wollte, tatsächlich von meiner Anmeldung dort schon kannte! Ich fühlte mich in guten Händen, mein Mann war nun auch wieder bei mir und Baby war ja die ganze Zeit bei mir gewesen.
Während sich die Plazenta nach der Geburt nicht löste, verlor ich viel Blut und dadurch wurde mein Kreislauf instabil. Im Krankenhaus bekam ich dann letztlich zwei Bluttransfusionen, auf eignen Wunsch. Ich konnte auch dort jederzeit „mitsprechen“ und habe mir auch mehrmals „Bedenkzeit“ genommen für die Vorschläge der Ärzte. Nach den Transfusionen war ich erstaunlich schnell wieder fit, war in Gedanken den Spendern sehr dankbar und einen Tag später konnte ich bereits wieder aufstehen, ging es dennoch ruhig an und genoss es auf der Station im Familienzimmer mit unserem Baby umsorgt zu werden. Das Personal dort war wirklich lieb und mir sind die Tage dort in sehr schöner Erinnerung geblieben. Das „Babyglück“ überstrahlt einfach alles…
Mein Fazit
Für mich war die Geburt meines Sohnes im Geburtshaus Bad Oldesloe eine echte Traumgeburt. Inmitten von erfahrenen Frauen, meinen Mann an der Seite, in einem vertrauten Umfeld mit lieben Menschen. Auch wenn ich nach der Geburt in Ruhe verlegt wurde, bin ich unheimlich stolz auf die Geburt und gleichzeitig dankbar für Lauras Expertise, bei den medizinischen Fragen kompetent entschieden zu haben. Gleichzeitig hat sie mir genügend Zeit gegeben, in Ruhe bei meinem Baby ankommen zu dürfen. Alles lief im Dialog entspannt ab. Respektvoll und würdevoll. Es hätte nicht schöner sein können!
Und auch jetzt, 3 Monate nach der Geburt, bricht es mir das Herz, wenn Frauen mit mir ihre Geburtserlebnisse teilen und diese traumatisch sind. Viele konnten nicht selbstbestimmt gebären, wussten nicht, was auf sie zukommt, wofür sie sich entscheiden sollen im Krankenhaus, was wogegen spricht und so weiter. Ich wünsche jeder Frau, dass sie sich jederzeit umsorgt, gehalten, geschätzt und geschützt (!!!) fühlt auf ihrer Reise ins Muttersein, egal wofür sie sich entscheidet, egal an welchem Ort. Ich wollte zwei Wochen nach der Geburt gleich nochmal gebären. Wenn dabei so ein süßes Baby rauskommt, jaaaaa, bitte!!!
Das Geburtshigh ist natürlich jetzt nicht mehr ganz so ausgeprägt, aber das Babyglück lässt nicht nach. Ich bin dankbar und stolz auf mich, mein Baby und meinen Mann und genieße jeden Tag, den wir zusammen verbringen. Unser Start war wundervoll und das verdanken wir allen Hebammen des Geburtshauses und besonders Laura und Hanna in den finalen, heißen Stunden der Geburt. Ihr seid wundervoll. Danke, dass ihr mit uns die Nacht durchgemacht habt und uns mit Erfahrung, Verantwortung, Ruhe, Geduld und Liebe begleitet habt!
„Ich wünsche mir, dass mehr werdende Eltern diesen Weg gehen und Männer die Rolle der Begleitperson selbstbewusst übernehmen.“
Nachwuchs war für mich schon lange ein Thema. Nichtsdestotrotz habe ich mir als Mann nie konkret Gedanken gemacht, wo mein Kind zur Welt kommen könnte. Meine Freundin ist dann auf das Geburtshaus in Bad Oldesloe gestoßen und so sind wir dorthin zum Kennenlern-Termin.
Die großzügige Altbau-Villa vermittelt schon beim Betreten wohligen Charme. Die häusliche Einrichtung runden diesen Eindruck ab und ich habe mich sofort wohlgefühlt. Wir wurden sehr nett empfangen und durch alle Räumlichkeiten geführt. In erster Linie geht es um die werdende Mutter und die Geburt selbst. Ich fühlte mich jedoch von Anfang genauso abgeholt und konnte direkt erste Fragen loswerden.
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Umso glücklicher waren wir, als die Zusage kam, dass wir im Geburtshaus entbinden können. In den darauffolgenden Terminen haben wir alle Hebammen kennengelernt. Es gefällt mir sehr, dass sich jede Hebamme mindestens einmal Zeit für uns genommen hat. Zusammen mit der Wohlfühlatmosphäre konnten wir über die Monate und Wochen vor der Geburt immer mehr ein Gefühl von Sicherheit erlangen, wodurch ich mich besser an den Gedanken „Du wirst deine Freundin bei der Geburt eures Kindes begleiten“ gewöhnen konnte.
Am Tag vor der Geburt kam eine Hebamme zu uns nach Hause, um die verstärke Wellenaktivität, die Öffnung des Muttermundes und den Gesamtzustand meiner Freundin zu überprüfen. Als wir einige Stunden später im GH ankamen, folgte die ernüchternde Nachricht: „Der Muttermund ist genauso wie heute Morgen“. Mit einem homöopathischen Mittel und etwas Geduld öffnete er sich binnen weniger Stunden ausreichend. Während der Geburt habe ich immer wieder Hilfestellung gegeben und wurde dabei von den Hebammen angeleitet. Ich hatte immer das Gefühl, ein Teil dieser Geburt zu sein und nicht „im Wege zu stehen“.
Am frühen Morgen kam unsere Tochter zur Welt und lag „plötzlich“ auf dem Bett, als sei die letzten Stunden nichts gewesen. Der Moment der Geburt war für mich sehr emotional. Ich würde mich jederzeit wieder als Begleitperson einsetzen, wohlwissend, dass es psychisch wie körperlich sehr anstrengend ist.
Das Geburtshaus in Bad Oldesloe ist ein wunderbarer Ort und das Hebammen-Team eine große Bereicherung. Ich wünsche mir, dass mehr werdende Eltern diesen Weg gehen und Männer die Rolle der Begleitperson selbstbewusst übernehmen.
Herzlichst & alles Gute
Herbert
„Die Geburt im Geburtshaus Bad Oldesloe war genau so, wie ich es mir vorgestellt habe: vertraut, selbstbestimmt, friedlich.“
Dank der 2 wundervollen Hebammen und der tollen Studentin, die uns über die Stunden begleitet haben, konnte nicht nur ich Ruhe und Vertrauen in die Geburt fassen, sondern auch mein Partner. Wir wurden liebevoll angeleitet, durften trotzdem eigene Entscheidungen treffen und hatten in keiner Sekunde das Gefühl, zu irgendwas gedrängt zu werden…
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Als mein Körper eine Pause brauchte, wurde uns diese gegeben. Ich konnte zu jeder Sekunde auf mein Bauchgefühl hören. Das Besondere am Geburtshaus war nicht nur die friedliche Geburt, sondern schon die Untersuchungen vorher mit allen Hebammen. Zu wissen, dass man in einer ungewohnten Situation in ein Umfeld kommt, dass einem Sicherheit schenkt, war für mich eine besondere Erfahrung. Danke für alles, Jan & Steffi mit Thea.
Das schönste Geschenk
Wir haben zwei unserer drei Kinder mit zwei sehr schönen Hausgeburten, begleitet durch die Hebammen vom Geburtshaus in Bad Oldesloe, auf die Welt gebracht. Schon bei unserem ersten Kind hätten wir uns eine Hausgeburt gut vorstellen können, doch wohnten wir damals noch sehr ländlich und weit weg von möglichen außerklinischen Geburtshilfen. Auch war ich mir, da es meine erste Geburt war, nicht sicher, wie intensiv ich sie erleben würde. Unser Kompromiss war, die Geburt so lange wie möglich zu Hause zu erleben und sie so natürlich wie möglich zu gestalten.
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Tatsächlich verlief sie dann auch genau so, wie ich es mir visualisiert hatte. Wir fuhren erst zur Austreibungsphase ins Krankenhaus und ich konnte unseren Sohn komplett natürlich, ohne jeden medizinischen Eingriff und nur im Beisein meines Ehemannes und unserer Beleghebamme gebären. Nach dieser positiven Erfahrung stand für uns fest, dass wir die nächsten Kinder zu Hause ins Leben begleiten wollten.
Zu Beginn meiner zweiten Schwangerschaft waren wir schon nach Ahrensburg gezogen und hatten somit das Glück, das Geburtshaus in Bad Oldesloe in der Nähe zu haben. Wir meldeten uns rechtzeitig an und konnten uns einen Platz dort sichern. In den folgenden Monaten wurde ich sehr gut betreut. Bis auf wenige Vorsorgeuntersuchungen in Bad Oldesloe fanden alle weiteren Untersuchungen und Gespräche bei uns zu Hause statt. Allein das empfand ich als großen Vorteil der außerklinischen Geburt – bei den Untersuchungen entspannt zu Hause auf dem eigenen Sofa sitzen zu können statt in der Arztpraxis zu warten. Auch für unseren Sohn war es eine schöne Möglichkeit, sich mit dem kommenden Geschwisterchen auseinanderzusetzen, da er bei allen Untersuchungen dabei sein durfte und so zum Beispiel schon regelmäßig den Herzschlag unseres Babys hören konnte.
Die Termine waren so gut organisiert, dass ich bis zur Rufbereitschaft alle Hebammen kennen gelernt hatte, die für die Geburt in Frage gekommen wären. Wir fühlten uns von allen gut betreut, alle waren im Bilde, was bei uns der Stand der Dinge war. Mein Mann hatte aus einer früheren Beziehung bereits ein Kind bekommen, allerdings mit einer traumatischen Geburt. Beim Vorgespräch zur Hausgeburt nahmen sich die Hebammen sehr viel Zeit, um sich ausführlich seine erste Geburtsgeschichte anzuhören und daraus entstehende mögliche Sorgen und Ängste bezüglich unserer geplanten Hausgeburt zu besprechen. Dieses Gespräch und die weitere sehr persönliche, enge Begleitung kurz vor der Geburt schaffte es, uns die letzten Zweifel zu nehmen und uns voll und ganz auf das „Abenteuer Hausgeburt“ einlassen zu können.
Und so erlebten wir dann auch eine wunderbare Geburt. Unsere Tochter kam zügig, aber ganz sanft in unserem Wohnzimmer zur Welt. Ich wurde begleitet von meinem Mann und unserer ersten Hebamme. Und im Hintergrund saßen vor dem Kamin unsere zweite Hebamme, eine Praktikantin, eine Freundin und unser Sohn in einer wohlig vertrauten Atmosphäre. Ihr weise wissendes Lächeln, als die Wehen gegen Ende anstrengender wurden, werde ich nie vergessen, weil es mir zeigte, dass unser Baby ganz bald auf der Welt sein würde. Wofür wir den Hebammen außerdem sehr dankbar waren bzw. sind, ist ihre Gelassenheit. Unsere Tochter wollte erst zehn Tage nach Stichtag auf die Welt kommen und die Hebammen hielten die Zeit des Wartens ganz gelassen mit uns aus. Auch als die Plazenta eine ganze Weile nach der Geburt unserer Tochter noch nicht herauswollte, ließen sie mir genügend Ruhe und Zeit, bis sie sich doch von allein löste und wir so umgehen konnten, noch ins Krankenhaus fahren zu müssen.
Nach dieser traumhaften Geburt stand für uns natürlich fest, dass wir auch unser drittes Kind zu Hause bekommen wollten. Wieder hatten wir das Glück, eine unkomplizierte Schwangerschaft erleben zu dürfen, wieder bestens begleitet durch die Hebammen vom Geburtshaus. Diesmal reizte unser Sohn die Wartezeit vollends aus. Als er zwölf Tage nach Stichtag trotz häufiger Wehen noch nicht auf der Welt war, wurden wir allmählich unruhig, weil uns wenig Zeit blieb, in der er noch außerklinisch auf die Welt begleitet werden dürfte. Die Hebammen blieben aber auch dieses Mal wieder gelassen und übertrugen ihre Ruhe auf uns – noch ein riesiger Vorteil davon, dass wir uns für das Geburtshaus und nicht eine Krankenhausgeburt entschieden hatten, sonst hätte er wahrscheinlich schon nach zehn Tagen geholt werden sollen. So aber konnten sie ihn mit einigen sanften Methoden gerade noch rechtzeitig dazu bewegen, sich auf den Weg zu machen. Und wieder hatten wir das Glück, eine Hausgeburt nach unseren Vorstellungen zu erleben. Diesmal im ganz kleinen Kreis, nur mein Mann, unsere Hebamme und ich. Bei zwei kurzen schwierigen Momenten fühlte ich mich sicher und bestens aufgehoben und auch mein Mann hatte trotz seiner Vorerfahrung die ganze Zeit über ein sicheres Gefühl und konnte mich dadurch ruhig durch die Geburt begleiten.
Und wieder dachte ich, was für ein Glück, wenn man sich direkt nach der Geburt mit dem Baby ins eigene Bett kuscheln kann, vor der Tür hört, wie die Hebammen und der Mann sich leise beim Aufräumen unterhalten und ganz in Ruhe dieses neue Wesen ansehen und kennenlernen kann. Ein schöneres Geschenk als eine Hausgeburt kann man sich selbst, dem Baby und der gesamten Familie meiner Meinung nach nicht machen. Deshalb einen riesigen Dank an unsere Hebammen, die dies uns und schon so vielen Frauen und Familien ermöglicht haben!
Geburtsberichte meiner zwei außerklinischen Geburten
„Es war eine fast magische Stimmung: Entspannungsmusik, überall Kerzenlicht, beruhigender Duft und vor allem eine Hebamme, die nur für mich da war und ganz allein mir ihre volle Aufmerksamkeit schenkte.“
Schon vor meiner ersten Schwangerschaft war mir klar: ich möchte meine Kinder wenn möglich nicht in einem Krankenhaus willkommen heißen. Und so fing ich noch in der Kinderwunschzeit an mich mit diesem Thema zu beschäftigen und stieß auf das Geburtshaus in Bad Oldesloe. Schnell war mir klar: hier möchte ich gebären!
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mehr zur ersten Geburt
Mit meinem positiven Schwangerschaftstest im Februar 2021 ging mein erster Anruf also nicht an meine Frauenärztin, sondern direkt ans Geburtshaus… Und so wurde ich die gesamte Schwangerschaft von dem lieben Team aus ganz wundervollen Hebammen betreut – ausschließlich für die Ultraschalle ging ich zu meiner Frauenärztin. CTG’s wurden keine geschrieben und ich fühlte mich sehr selbstbestimmt, gesehen und wertgeschätzt.
Auch bei meinem zweiten Kind rief ich direkt im Geburtshaus an und wurde von dem nun etwas größeren Team liebevoll betreut.
Meine erste Geburt im Geburtshaus
Eine Hausgeburt traute ich mir bei meinem ersten Kind nicht zu, weshalb wir eine Geburt im Geburtshaus planten.
Dieser Gedanke hat mich die Schwangerschaft über sehr entspannt, denn Krankenhäuser wecken in mir leider viele unschöne Erinnerungen. Und so ging die Geburt am 16. Oktober 2021 (ET+4) um ca. 8 Uhr morgens los mit leichten Wehen – Ich ging in die Badewanne und entspannte mich. Da am Mittag eigentlich eine Vorsorge geplant war, verabredeten wir uns mit der diensthabenden Hebamme bei uns zu Hause und ich wurde ganz liebevoll anbetreut. Wir entschieden, dass ich weiter zu Hause bleibe und wir abends nochmal telefonieren. Bis zum Abend wurden die Wehen auch immer stärker und ich verbrachte viel Zeit in der Badewanne. Gemeinsam mit meinem Mann und der Hebamme entschieden wir dann uns um 21 Uhr im Geburtshaus zu treffen. Nach einer 15-minütigen Fahrt waren wir in der Salinenstraße angekommen und nachdem ich es irgendwie geschafft habe die Treppen hoch zu watscheln empfing mich die liebe Hebamme und begleitete uns in den Geburtsraum. Es war eine fast magische Stimmung: Entspannungsmusik, überall Kerzenlicht, beruhigender Duft und vor allem eine Hebamme, die nur für mich da war und ganz allein mir ihre volle Aufmerksamkeit schenkte. Ich fühlte mich direkt so geborgen und umarmt, da ich die Hebamme bereits seit Beginn der Schwangerschaft kannte und sich in der Zeit ein tiefes Vertrauen aufgebaut hat.
Mein Muttermund war bei ca. 6cm, die Wehen wurden immer intensiver und meine Hebamme massierte mir das Kreuzbein, während das Wasser bereits in die Badewanne einlief. Das warme Wasser war sehr angenehm und ich wollte die Wanne nicht mehr verlassen. Die Hebamme kontrollierte regelmäßig die Herztöne unseres Kindes, half mir dabei die Wehen-Stürme zu veratmen und war für mich da. Irgendwann kam auch die zweite Hebamme dazu und spornte mich weiter an. Die Austrittsphase unseres Babys brauchte fast zwei Stunden und die Kräfte gingen dem Ende zu, doch irgendwann hatte ich es geschafft – unser Baby war im Wasser geboren und nun wussten wir auch endlich: es ist ein Mädchen!
Vor der Geburt der Plazenta halfen mir mein Mann sowie beide Hebammen rüber ins Bett zu gehen, wo ich dann auch erstmal liegen sollte. Eingekuschelt mit unserem Baby kam auch recht schnell die Plazenta und alles wurde professionell und liebevoll begleitet. Mein Mann und ich kamen erstmal an mit unserer kleinen Tochter und kuschelten ganz viel, bevor die U1 gemacht wurde. Zudem wurde bei mir nach Geburtsverletzungen geschaut und herauskam, dass ich leider genäht werden musste. Dies bereitete mir bzw. eher gesagt meinem Kreislauf so einige Probleme, denn ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich kein Blut sehen kann und schon allein bei der Vorstellung an eine Verletzung am eigenen Körper gerne mal in Ohnmacht falle. Und so berappelte sich mein Kreislauf leider auch 4 Stunden nach der Geburt nicht was zur Toilette gehen, geschweige denn nach Hause fahren unmöglich machte. Gemeinsam mit der Geburtshebamme entschieden wir uns für eine Verlegung ins Krankenhaus. Ich wurde mit dem Rettungswagen abgeholt und mein Mann fuhr mit unserer Tochter hinterher. Es war anders als gedacht, dennoch hatte ich eine wundervolle Geburt im Geburtshaus und bin fest davon überzeugt für uns damals genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Herzlich willkommen: Hanna Julina – 17. Oktober 2021 – 01:13 Uhr – 4.180g – 52cm
Meine Zweite Geburt zu Hause
Nach meiner sehr intensiven, aber dennoch schönen ersten Geburt, die jedoch leider im Krankenhaus endete, wollte ich dieses Kind gerne zu Hause gebären und mich nach der Geburt direkt in mein eigenes Bett legen und keinen Weg mehr auf mich nehmen müssen.
Gesagt getan, bereiteten wir alles für eine Hausgeburt vor. Neben der vom Geburtsteam bereitgestellten Liste, bestellten wir einen großen Geburtspool zur Miete. Denn eins wusste ich nach der Geburt unserer großen Tochter: ich möchte gerne wieder im Wasser gebären. Den Pool bauten wir am Tag 37+0 auf, so dass er nur noch mit Wasser befüllt werden musste.
Die Startbedingungen für diese Geburt waren jedoch leider nicht ganz so toll, denn nachdem ich schon die halbe Schwangerschaft mit Kita-Keimen unserer großen Tochter geplagt war, war ich auch vor, während und nach der Geburt unseres zweiten Kindes ziemlich erkältet. Mein Mann schlief diese Nacht mit unserer großen Tochter zusammen, um mir noch ein wenig Erholung zu gönnen – schließlich konnte es jederzeit losgehen.
Um ca. 4 Uhr morgens am 08. März 2024 (ET+1) bahnte sich die Geburt mit leichten Wellen an und ich schlief noch ein wenig weiter. Um ca. 7 Uhr stand ich auf, kochte Kaffee als Dammschutz, informierte meine Schwiegermutter, dass die heute wohl unsere große Tochter abholen muss und rief um 8 Uhr den Pieper des Geburtsteams an.
Die Hebamme meldete sich bei mir und wir entschieden so in 2 Stunden nochmal zu telefonieren. Nachdem ich die erste Geburt als sehr schmerzhaft und herausfordernd empfunden habe, entschied ich mich bei dieser Geburt die Selbsthypnosetechnik „Die Friedliche Geburt“ von Kristin Graf anzuwenden, welche ich auch die komplette Schwangerschaft intensiv übte. So ging ich also in Hypnose und genoss einen relativ ruhigen morgen. Um ca. 11 Uhr wurde unsere Tochter abgeholt und ich telefonierte nochmal mit der Hebamme, welche um 12 Uhr vorbeikommen wollte.
Inzwischen hatte mein Mann das Bett im Schlafzimmer „Geburtssicher“ gemacht, den Raum abgedunkelt und ein Meer aus Kerzen angezündet. Und so legte ich mich ins Bett und sank tief in Hypnose. Meine Hebamme kam an und begrüßte mich leise. Ohne viele Worte machte sie sich ein Bild von unserem Baby und dem Fortschritt der Geburt.
Auf meinen Wunsch hin schaute sie nach dem Muttermund, da ich für mich eine Einschätzung brauchte, wo ich stehe. Ich war bei ca. 4 cm und fragte ob sie bleiben würde oder nochmal fährt – im Nachhinein Lacher, denn zeitgleich rief meine Hebamme bereits ihre Kollegin zur Geburt dazu. Bei dieser Geburt wollte ich viel alleine sein und einfach in Hypnose an meinem „Sicheren Ort“ verweilen. Ich fühlte mich zu Hause in meinem eigenen Bett so wohl wie nirgendwo sonst. Hinzu kam, dass ich alles ja schon einmal durchgemacht hatte und irgendwie wusste (bzw. meinte es zu wissen), was mich erwartet. Und so kam es, dass ich bis ca. 14:30 Uhr im Bett verbrachte, zwischendurch ging ich eigenständig auf Toilette und trank Wasser, hin und wieder kam die Hebamme zu mir und schaute nach den Herztönen des Babys.
Als die Wellen so gegen 14:30 Uhr intensiver wurden, massierte die Hebamme mir im Wohnzimmer das Kreuzbein, während ich mich auf unserem Sofa abstütze. Gerne wollte ich wieder wissen, wo ich stehe uns so wurde mein Muttermund auf 6-7cm geschätzt. Auf Grund der intensiven Wellen wollte ich nun ins Wasser gehen, denn in meinen Gedanken hatte ich ja noch ein paar Stunden Arbeit vor mir. Gesagt getan ging ich ins Wasser, was wundervoll entspannend war – so entspannend, dass ich direkt den Drang verspürte mein Baby raus zu schieben. Ich verspürte einen unheimlichen Druck, jedoch war meine Fruchtblase noch immer intakt und ich wunderte mich, warum diese denn nicht endlich auf ging, damit ich mein Baby raus schieben konnte?
Und so war das Köpfchen unseres Babys nach ca. 4 Presswellen in intakter Fruchtblase geboren. Beide Hebammen waren komplett aus dem Häuschen, denn eine so genannte „Glückshaube“ ist wohl überaus selten. Eine Welle später war unser Kind geboren und ich nahm es nach vorne zu mir. Wir schauten nach und es war wieder ein Mädchen – wie soll es auch anders sein am internationalen Weltfrauentag?
Total perplex von dieser schnellen und unkomplizierten Geburt ging ich wieder ins Schlafzimmer mit unserer Tochter im Arm. Nach nicht einmal 10 Minuten gebar ich die Plazenta und wir kuschelten zu dritt im eigenen Bett – ein unbeschreibliches Gefühl.
Trotz einer schnellen Geburt und einem relativ großen Kind, hatte ich nur einen Dammriss ersten Grades erlitten, welcher weder genäht werden musste, noch für mich spürbar war.
Leider habe ich dennoch dieses Mal wieder starke Kreislaufprobleme bekommen beim Versuch aufzustehen, da ich mit der Plazenta wieder relativ viel Blut verloren hatte. Nach meinen nicht so schönen Erfahrungen im Krankenhaus entschieden wir jedoch alle gemeinsam zu Hause zu bleiben, was die beste Entscheidung war. Nach einer entspannten ersten Nacht zusammen lernen sich unsere Töchter am nächsten Tag das erste Mal kennen.
Herzlich willkommen: Lotta Malina – 08. März 2024 – 15:08 Uhr – 4.360g – 58cm
Liebes Team, von Herzen möchte ich mich für die ganz wundervollen Betreuungen in den Schwangerschaften wie auch meine zwei wundervollen außerklinischen Geburten bedanken. Ich fühlte mich zu jederzeit ganz wunderbar aufgehoben und in sicheren Händen.
Ihr macht einen tollen Job – Tausend Dank!!
„Diese Geburt hat das Trauma der ersten Geburt geheilt“
Bei der Geburt meiner ersten Tochter lief, nach einer eigentlich problemlosen Schwangerschaft, im Krankenhaus leider alles komplett schief. Die Betreuung im Krankenhaus war von vorne bis hinten ganz großer Mist und hinterließ große körperliche und seelische Wunden.
Lange Zeit unterdrückte diese schlimme Erfahrung auch den Wunsch nach einem Geschwisterkind. Doch irgendwann war der Wunsch so stark, dass mein Mann und ich es dennoch darauf anlegten…
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Kaum hatte es endlich geklappt mit dem Schwangerwerden, kam natürlich die Frage auf, wie das kleine Wesen in meinem Bauch denn nun das Licht der Welt erblicken soll. Das Krankenhaus der ersten Geburt war natürlich keine Option, generell stand ich mit Ärzten und Krankenhäusern auch 6 Jahre später noch ziemlich auf Kriegsfuß.
Eine Hausgeburt konnte mein Mann sich nicht vorstellen und ich wollte das unbedingt respektieren, denn auch für ihn war die Geburt der Großen traumatisch. Bis heute bin ich fest davon überzeugt, ohne sein Eingreifen und Gradestehen für meinen Wunsch nach einer vaginalen Geburt, hätte ich im Krankenhaus damals dem massiven Druck der Ärzte nachgegeben und mich zu einem völlig unnötigen Kaiserschnitt überreden lassen. Mein Mann, meine größte Stütze, müsste sich also ebenso wohl mit dem Geburtsort fühlen wie ich, das stand fest!
Nach einem langen Gespräch mit einer guten Freundin, die selbst zwei ihrer Kinder zu Hause entbunden hat, erfuhr ich durch sie von der Möglichkeit das Baby in einem Geburtshaus zur Welt zu bringen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nichts über außerklinische Geburten und dass wir ein solches Geburtshaus in unserer unmittelbaren Nähe haben. Aufgeregt vereinbarte ich noch am selben Tag einen Termin mit dem Geburtsteam in Bad Oldesloe.
Als wir in dieses wunderschöne Haus gehen durften, uns die Räume anguckten, war unsere Entscheidung eigentlich schon gefallen. Hier ein Kind zur Welt zu bringen muss eine tolle Erfahrung sein, da war ich mir gleich sicher. Alle hier waren so lieb und sympathisch, dass ich mir keine Sorgen darüber machen musste, dass hier während der Geburt nicht in meinem Interesse gehandelt werden könnte. Von der ersten Minute an war meine Angst vor der zweiten Geburt weggeblasen – ich freute mich richtig auf den Tag, an dem mein Kind in diesem Haus geboren werden durfte.
Nach dem ersten Kennenlernen machten wir direkt den nächsten Termin aus – die Vorsorgetermine fanden nun im Wechsel mit meinem Gynäkologen statt. Auch wenn ich meinen Frauenarzt wirklich gerne mag, die Termine im Geburtshaus waren immer etwas schöner. Hier fühlte man sich nie schnell abgearbeitet, sondern wahnsinnig lieb umsorgt. Auch kleinere Wehwehchen einer Schwangerschaft wurden extrem ernstgenommen, für fast alles gibt es eine Lösung.
Die Zeit verging schnell – der ET rückte näher und die Bauchbewohnerin machte absolut keine Anstalten ihre Übergangswohnung zu verlassen. Die Hebammen sprachen mir gut zu, kein Baby sollte sich an einen festen Termin halten müssen/kaum ein Kind kommt an dem dafür errechneten Termin. Meine erste Tochter aber schon und auch wenn ich es nicht wollte, ab dem Stichtag wurde ich kribbelig.
Die Tage flogen nur so davon und ich bekam langsam Angst, dass unser Plan nicht mehr aufgehen würde. Wenn sie sich mehr als 14 Tage Zeit lässt, müssten wir eben doch wieder in ein Krankenhaus und das wollte ich doch um jeden Preis verhindern. Alle Hausmittelchen halfen nichts, eine Eipollösung ließ dieses Kind auch kalt. Zum Glück war auch der Gynäkologe noch entspannt – dem Kind ging es im Bauch gut. Trotzdem wollte ich die zwei Wochen ungern voll ausreizen. An Tag 9 nach dem ET gab mir eine Hebamme einen Globulicocktail mit, den ich abends zu mir nehmen sollte – wenn das Kind bereit ist für die Geburt, wird es das ein wenig anschubsen. Das klang gut! Ich hoffte sehr darauf, dass Madame nun endlich bereit war und schlief an diesem Tag ein letztes Mal mit dickem Bauch ein.
In der Nacht hatte ich zum Teil schon ordentlich Wehen, aber nichts regelmäßiges.
Da ich auch immer wieder einschlafen konnte, schenkte ich dem Ganzen noch nicht sehr viel Beachtung. Am Morgen dann wurden die Krämpfe immer doller. Mein Mann brachte die Große in den Kindergarten und kaum hatten die zwei das Haus verlassen platze mir die Fruchtblase – schwallartig. Mit Handtüchern bewaffnet setzte ich mich im Wohnzimmer auf den Boden und rief die Piepernummer an. Einen Blasensprung kannte ich schon von der Großen, mit dem Unterschied, dass mir bei ihr die Blase ohne Wehentätigkeit gerissen war. Zwar war der größte Druck im Unterbauch jetzt erstmal weg, aber die Kontraktionen waren noch deutlich spürbar.
Es dauerte kaum ein paar Minuten bis Hanna mich zurückrief. Nachdem ich ihr die Lage geschildert hatte, verabredeten wir uns in circa einer Stunde im Geburtshaus.
Ich war schon im Badezimmer als mein Mann wieder zu Hause ankam. Ich bat ihn mir in die Badewanne zu helfen, um mich kurz abzuduschen. Beide hatten wir nicht mit der Kraft des warmen Wassers gerechnet – die Wehen waren plötzlich richtig doll!
Verdutzt schaute ich meinen Mann an und sagte ihm, dass er nochmal bei den Hebammen anrufen müsse, ich werde das hier vielleicht gar nicht mehr ins Auto schaffen. Da Laura in der Zwischenzeit versucht hatte mich anzurufen, rief er nun bei ihr zurück und erzählte ihr alles. Sie machte sich sofort auf den Weg zu uns.
Ich war froh als sie da war und sich nach kurzer Einschätzung mit Hanna telefonisch darauf verständigte, dass auch sie zu uns kommen sollte.
In der Wanne konnte ich nicht bleiben, die war zu eng. Also mussten mein Mann, Hanna und Laura provisorisch ein Geburtsbett errichten, Handtücher vorwärmen und Kaffee kochen. Das alles wäre sicher einfacher gewesen, wenn man sich von Vornherein darauf vorbereitet hätte, aber ich war überrascht und dankbar, wie gut alles funktioniert hat und ich mich nur auf mich, das Baby und die Geburt konzentrieren konnte.
Als die Presswehen losgingen hatte ich genau die Position die ich mir schon bei der Großen gewünscht hätte. Im Vierfüßlerstand, ohne unnötiges Einwirken von außen, selbstbestimmt und kraftvoll.
Es vergingen insgesamt keine 90 Minuten bis die Kleine in ihrem eigenen Kinderzimmer geboren wurde.
Auch wenn es plötzlich und unerwartet zu einer Hausgeburt wurde, die Betreuung hätte für mich nicht besser sein können. Diese Geburt hat das Trauma der ersten Geburt geheilt.
Zwar ist die alte Geburtsverletzung wieder ein bisschen aufgegangen – konnte aber problemlos vor Ort von Laura und Hanna versorgt werden. Während mein Mann und ich die Kleine in Ruhe kennenlernen durften, erledigte Hanna den Papierkram im Wohnzimmer und nachdem sie mir noch beim Duschen geholfen hatte war es auch für sie Zeit zu gehen.
„Vorweg sei gesagt, dass mein Mann und ich uns jederzeit wieder für eine Geburt im Geburtshaus entscheiden würden“
Von Anfang an wurden wir von den Hebammen liebevoll betreut und in unserer Entscheidung mehr und mehr bestärkt. Bei den Hebammen wird darauf vertraut, dass jede Frau die Kraft hat, eine natürliche Geburt zu leisten. Kein einziges Mal wurde ich verunsichert, wie ich es außerhalb des Geburtshauses teilweise erlebt hatte.
So ging ich mit den Monaten immer selbstbewusster zur Geburt über…
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So ging ich mit den Monaten immer selbstbewusster zur Geburt über…
Pünktlich zum ET meldete sich mein Sohn morgens mit Wehen an. Aufgrund von stärkeren Blutungen, schickte mich meine Hebamme zur Kontrolle zum Arzt. Der entließ uns jedoch beruhigt wieder nach Hause.
Über den Tag wurden die Wehen immer stärker. Vor dem Schlafen kam eine Geburtshelferin zu uns, um die Herztöne unseres Sohnes zu kontrollieren.
An Schlaf war aber nicht zu denken, so dass ich mich in die Badewanne begab, um Linderung zu bekommen. Mit kürzer werdenden Wehenpausen, fuhren wir schließlich ins Geburtshaus.
Meine Hebamme hatte vor Ort bereits alles vorbereitet und uns mit Kerzenlicht empfangen. Dadurch fühlten wir uns wie zu Hause.
Ich wechselte zwischen dem Bett und der Badewanne hin und her, während ich die Wehen verarbeitete. Die Geburtshelferin massierte meinen Rücken, um die Wehen erträglicher zu machen. Auch sonst erhielt ich alles, was mein Herz begehrte. Sei es Musik oder eine Wärmflasche im Rücken.
Als die Geburt über Stunden jedoch nicht mehr voranging, empfiehl meine Hebamme den Ortswechsel ins Krankenhaus.
Dadurch, dass ich stundenlang nichts mehr essen konnte und die Nacht nicht geschlafen hatte, verließ mich langsam die Kraft. So wurde ich von meiner Hebamme bis in den Kreißsaal begleitet. Sie verließ mich erst wieder als sie wusste, dass ich gut aufgehoben war und auch mein Mann an meiner Seite angekommen war.
Meine Hebamme kannte die Geburtshelferin aus dem Krankenhaus, so dass ich mich gut aufgehoben fühlte. Vor Ort ging die Geburt nun recht schnell voran und schon bald hatten wir glücklich und erleichtert unseren Sohn in den Händen.
Auch jetzt komme ich immer noch gerne in das Geburtshaus, um von dem Kursangebot zu profitieren und freue mich, dort regelmäßig vertraute Gesichter zu treffen.“
„Viele Tipps und die gelassene Atmosphäre haben uns unnötige Unruhe erspart“
Der Start meiner Schwangerschaft verlief leider etwas turbulent, sodass ich mir zu Beginn überhaupt nicht vorstellen konnte, außerklinisch zu gebären. Deswegen haben wir vorerst “nur" die normalen Vorsorgetermine mit Ina gemacht, die uns auch nach der Geburt im Wochenbett betreut hat.
Im Laufe der Schwangerschaft wurde ich allerdings immer entspannter und der Gedanke nicht im turbulenten Krankenhausambiente zu entbinden gefiel mir immer besser. Somit haben wir uns als Paar dann doch dazu entschieden, im Geburtshaus Bad Oldesloe zu entbinden.
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Der Geburtsvorbereitungskurs und die regelmäßigen Vorsorgen im Geburtshaus haben uns diesbezüglich noch mehr Sicherheit gegeben…
Als dann endlich der Tag kam war ich sehr froh mich direkt morgens schon telefonisch melden zu können und zu wissen, dass ich jederzeit auch während der beginnenden Wehen eine Ansprechpartnerin habe, die mich schon kennt.
Später am Tag sind wir dann ins Geburtshaus gefahren. Dort hatten mein Mann und ich viel Zeit zu zweit in eurem Entbindungsraum, bis es dann langsam ernster wurde. Viele Tipps und die gelassene Atmosphäre haben uns unnötige Unruhe erspart. Natürlich war es trotzdem nicht angenehm :D Aber das vergisst man ja tatsächlich ziemlich schnell.
Nach abnehmender Wehentätigkeit mussten wir nach einigen Stunden leider die Geburt im Geburtshaus abbrechen und gemeinsam mit meinen beiden betreuenden Hebammen wurde beschlossen, die Geburt ins Krankenhaus zu verlegen, da es dort die Möglichkeit gibt einen Wehentropf zu legen, und dann ging es auch ganz schnell.
Ein paar Wochen später hatten wir noch einmal die Möglichkeit uns mit unserer begleitenden Hebamme zu treffen und das Geburtsprotokoll zu besprechen. So ein Gespräch würde ich auch jeder Mutter empfehlen.
Am Ende kann ich sagen, dass ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt habe und zu jeder Zeit am richtigen Ort war. Falls es zu einer zweiten Schwangerschaft kommt, wird unser zweites Kind ja vielleicht in Bad Oldesloe geboren ;)
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